Freitag, 06.09.2019

17:00 - 18:30

Hörsaal 8

S232

Dysphagie

17:00
„Wenn die Halswirbelsäule zum Hindernis wird“ Zervikale Spondylophyten als Dysphagieursache. – Kasuistiken aus dem klinischen Alltag.
S232-01 

J. Keller; Düsseldorf

Osteophytäre Alterationen der HWS sind im Alter mit bis zu 30% recht häufig und bleiben meist asymptomatisch. In einigen Fällen können sie jedoch auch zu Schluckstörungen führen, die zu den am häufigsten beschriebenen Begleitsymptomen zählen.

Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Höhenlokalisation und Ausdehung der Knochensporne (Strasser et al. 2000; Keller et al. 2017). Die Beeinträchtigung der Schluckfunktion werden dabei auf folgende Faktoren zurückgeführt:

- Mechanische Blockierung der pharyngealen Schluckpassage

- Entzündung und Ödembildung des umgebenden Gewebes

- Druckbedingter krikopharyngealer Spasmus

Anhand klinischer Fallbeispiele werden die wesentlichen Manifestationsformen ventraler Spondylophyten dargestellt und ihre zunehmende Bedeutung in der Differenzialdiagnostik oropharyngealer Dysphagien in der Geriatrie betont.

 

17:20
Übersicht und Einschätzung häufig angewendeter klinischer Dysphagie-Screening-Verfahren mit Zielgruppe und Validierung unter dem Aspekt zunehmender Bedeutung oropharyngealer Dysphagie in der Geriatrie
S232-02 

M. Jäger; Dortmund

Die zunehmende Bedeutung der oropharyngealen Dysphagie, OD, zeigt sich in der Einstufung als Geriatrisches Syndrom durch EUGMS und ESSD, white paper 2016.

Die wesentlichen Gründe liegen in der hohen altersabhängigen Prävalenz in verschiedenen Versorgungsebenen sowie der erhöhten Morbidität und Mortalität durch Komplikationen.

OD ist multifaktoriell bedingt, mit funktionellen oder kognitiven Beeinträchtigungen, Beeinträchtigungen der Lebensqualität, mit Komorbiditäten wie neurologischen und internistischen Erkrankungen auch ambulant erworbener Pneumonie, mit Sarkopenie und Malnutrition, mit Multimedikation sowie verschlechterter Prognose hinsichtlich Krankenhaus-Wiedereinweisungsrate, Kurz- und Langzeitmortalität assoziiert.

Frühzeitige Diagnose oropharyngealer Dysphagien und Anwendung adäquater therapeutischer Maßnahmen tragen zur Vermeidung von potenziell lebensbedrohlichen Folgekomplikationen u. a. durch symptomatische oder symptomatische Aspirationen bei.

Ein standardisiertes und gut etabliertes Dysphagiemanagement bewirkt eine Senkung von Pneumonie- und Mortalitätsrate mit relativer Risikoreduktion von ~ 70 – 80%.

Konsequente Anwendung von Dysphagie-Screening und Management kann zu einer Kostenreduktion um ca. 14% führen.

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, Dysphagie-Risikopatienten mittels Screeningverfahren zu identifizieren. Dieser erste Schritt liegt in der einfachen, sicheren, aussagekräftigen und breit anwendbaren Identifikation von Risikopatienten, um gezielte weitere Maßnahmen einleiten zu können.

Verschiedene klinische Screeningverfahren werden zum Screening auf OD angewendet, für Schlaganfall und vorselektiertes Patientenkollektiv hinsichtlich Sensitivität und Spezifität validiert. Auf der Basis einer Sichtung bestehender und häufig praktizierter Verfahren hat die AG Dysphagie der DGG daher ein Screening Tool für Geriatrische Patienten entwickelt und validiert.

17:40
Neues Screening-Tool zur Detektion einer Dysphagie bei geriatrischen Patienten: Vorstellung des Dysphagie Screening Tool Geriatrie der AG Dysphagie der DGG
S232-03 

H. Stege; Neuruppin

Einleitung: Alle bisher im deutschsprachigen Raum validierten Dysphagiescreeningverfahren wurden für Patienten mit neurologischen Hauptdiagnosen entwickelt. Die etablierten Verfahren zeigen häufig Probleme in der alltäglichen Durchführung und verlangen i.R. eine hohe Expertise und können daher nur von Logopäden oder entsprechend weitergebildeten Ärzten durchgeführt werden.

Die Arbeitsgruppe Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) entwickelte ein Screening-Instrument, das sog. Dysphagie-Screening-Tool für die Geriatrie (DSTG) für stationäre und ambulante multimorbide geriatrische Patienten. Besondere Bedeutung hatte die Durchführbarkeit  durch entsprechend geschultes medizinisches Personal sowie die ökonomische sinnvolle Nutzung im Alltag.

Ergebnisse: Vorgestellt wird das DSTG mit detaillierter Beschreibung des Aufbaus, der einzelnen Elementen und Items. Die Durchführung des Screeningtools wird ausführlich erläutert. Die entsprechenden Handlungsanweisung und Schulungsmaterialen werden detailliert erklärt. Es erfolgt ein Vorschlag zur Indikationsstellung des Screeningtools für spezielle geriatrische Patientengruppen.

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