Freitag, 06.09.2019

15:30 - 16:45

Posterausstellung

Postersession

15:30
Das Verhalten des systolischen Blutdruckes während eines Valsalva-Manövers eignet sich zur Verlaufsbeurteilung einer Herzinsuffizienz
P01 

J. Schlitzer, L. Malinowski, H. Frohnhofen; Essen

Einleitung: Der Systolische Blutdruck zeigt während der Ausführung eines Valsalva-Manövers einen charakteristischen Verlauf. Das sinoidale Bludruckverhalten ist als Typ-A-Muster hysiologisch. Bei Menschen mit leichter Herzinsuffizienz fehlt die zweite Sinuswelle  (sog. Typ-B-Reaktion), bei schwerer Herzinsuffizienz zeigt sich ein Rechteckverlauf (Typ-C-Reaktion).

Der Reaktionstyp des systolischen Blutdrucks korreliert eng mit dem Biomarker NT-pBNP und gibt verlässlich Auskunft über das Vorliegen einer Herzinsuffizienz. Unklar ist aber, ob dieser Test auch zur Verlaufsbeurteilung einer Herzinsuffizienz geeignet ist.

Methodik: Wir führten daher diesen Test bei geriatrischen Klinikpatienten zum Zeitpunkt der Klinikaufnahme und vor Klinikentlassung durch. Am gleichen Tage wurde auch der Biomarker NT-pBNP bestimmt.

Ergebnisse: Bei 120 Klinikpatienten (medianes Alter 84 Jahre) konnte der Test wiederholt durchgeführt werden. Die Tabelle zeigt die Reaktionsmuster bei Klinikaufnahme und vor Entlassung.

 

 

Klinikaufnahme

 

 

Typ A

Typ B

Typ C

Klinikentlassung

Typ A

47 (39%)

15 (13%)

1 (1%)

Typ B

3 (2%)

15 (13%)

13 (11%)

Typ C

1 (1%)

1 (1%)

24 (20%)

Die Mediane der NT-pBNP-Werte betrugen bei Klinikaufnahme für die Reaktionstypen A, B und C: 411 ng/ml (Quartile: 181 – 693 ng/ml), 1180 ng/ml (Quartile: 710-2200ng/ml) und 7171 ng/ml (Quartile: 5455-11573 ng/ml).

Die entsprechenden NT-pBNP-Werte bei Entlassung betrugen für die Reaktionstypen A, B, und C: 313 ng/ml (Quartile: 205 – 496 ng/ml), 697 ng/ml (Quartile: 385-1156ng/ml) und 4342 ng/ml (Quartile: 2560-6543 ng/ml).

Fünfzig Prozent der bei Klinikaufnahme mit C (Herzinsuffizienz) klassifizierten Patienten zeigten eine Verbesserung im reaktionstyp, die mit einem entsprechenden Abfall des NT-pBNP-Wertes einherging. Vier der fünfzig bei Klinikaufnahme nicht herzinsuffizienten Patienten verschlechterten sich im Reaktionstyp von A nach B oder C. Entsprechend stieg auch der Biomarker NT-pBNP an.

Schlussfolgerung: Das einfach zu bestimmende Reaktionsmuster des systolischen Blutruckverhaltens während eines Valsalva-Manövers ist auch zur Beurteilung des Verlaufes einer Herzinsuffizienz geeignet. Damit ist ein einfacher, valider, wenig invasiver und kostengünstiger Test zur Beurteilung des Verlaufes und des Effektes einer therapeutischen Intervention verfügbar.

15:30
Thrombophlebitis im Alter – Paradigmenwechsel eines Krankheitsbildes
P02 

C. Ploenes; Düsseldorf

Die oberflächliche Venenentzündung ist mit einer Prävalenz von 3 – 11 % in der Gesamtbevölkerung ein häufiges Krankheitsbild. Sie spielt sich in ca. zwei Drittel der Fälle im Bereich der Beine ab. Bekannt ist die zunehmende Inzidenz der venösen Thromboembolie im Alter > 75 Jahren auf ca. 0,7 % der Gesamtbevölkerung. Lag bei Vorliegen einer Thrombophlebitis der Fokus bisher auf der Behandlung der lokalen Entzündung , so begreift man die Erkrankung zunehmend als möglichen Ausdruck der gesteigerten Krankheitswahrscheinlichkeit einer gleichzeitigen venösen Thromboembolie oder einer sekundären Aszension in das tiefe Venensystem. Dem ist mit der Bezeichung „oberflächliche Venenthrombose“ Rechnung getragen. Das Risiko einer gleichzeitigen oder sich im Verlauf daraus entwickelnden Venenthrombose oder Lungenembolie hängt vor allem von den folgenden Faktoren ab: Alter, Hospitalisation, venöse Thrombembolie in der Vorgeschichte, geringe Entfernung vom saphenofemoralen Übergang. Ein standardisiertes risikoadadaptiertes Vorgehen in Diagnostik und Therapie ist vor allem bei geriatrischen Patienten notwendig.

15:30
Anämie im höheren Lebensalter
P03 

L. Nykamp, R. Nau, M. Djukic; Göttingen

Fragestellung: Gemäß WHO besteht eine Anämie bei einer Hämoglobinkonzentration von unter 13,0 g/dl bei Männern und < 12,0 g/dl bei Frauen. Bei ungefähr zwei Drittel der älteren Patienten mit Anämie erlauben die Anamnese sowie die Erfassung weniger Laborwerte eine Diagnose.

Im Rahmen dieser retrospektiven Studie soll untersucht werden, ob jede bei unseren Patienten diagnostizierte Anämie adäquat differentialdiagnostisch abgeklärt und therapiert wurde. Gleichzeitig sollen Daten über die Häufigkeit ursächlich behandelbarer Anämien anhand des Patientenkollektivs unserer Geriatrischen Klinik gewonnen werden.

Methoden: Die Krankenakten von geriatrischen Patienten mit erniedrigten Hämoglobinkonzentrationen von einem Jahr wurden für den Zeitraum retrospektiv durchgesehen. Es wurden laborchemische Veränderungen, klinische Symptome, geriatrische Untersuchungsbefunde und empfohlene und durchgeführte therapeutische Maßnahmen analysiert.

Ergebnisse: Untersucht wurden 1581 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 82,5 ± 7,13 Jahren. 1030 (65,1%) Patienten waren Frauen. Der Barthel-Index bei Aufnahme betrug 45 (30;70) Punkte [Median, (Q25/Q75)].

956 Patienten (60,5%) hatten nach den internen Diagnosekriterien des Evangelischen Krankenhauses Weende sowie 1029 Patientinnen und Patienten (65,1%) nach WHO- und DGG-Kriterien eine Anämie. Die häufigste Anämie war eine postoperative Anämie gefolgt von einer Vitamin B12-Mangel-Anämie. Bei einigen Patienten lagen gleichzeitig mehrere Gründe für eine Anämie vor. Je nach Ursache wurden Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Erythropoetin und/oder Erythrozytenkonzentrate verabreicht.

Schlussfolgerung: Bei einem geriatrischen Patientenkollektiv mit einer Anämie ist häufig eine einfache und kostengünstige Therapie möglich, wenn adäquate differential-diagnostische Schritte rechtzeitig eingeleitet werden.

15:30
Keimspektrum und Resistenzlage beim infizierten diabetischen Fußsyndrom bei alten und hochbetagten Patienten
P04 

S. Dörr, A. Friedl, R. Lobmann; Stuttgart

Durch eine steigende Lebenserwartung und stetige Verbesserung der Diabetestherapie, nimmt auch die Prävalenz Diabeteserkrankter im Alter zu. Das infizierte diabetische Fußulkus (DFU) trägt wesentlich zur Morbidität und Einschränkung von Funktionalität und Mobilität im Alter bei. Die Kenntnis der häufigsten Erreger eines infizierten DFU kann entscheidend zur frühen, zielgerichteten und kalkulierten antibiotischen Therapie beitragen. Wir untersuchten das Keimspektrum und die Resistenzlage in unterschiedlichen Altersklassen bei Patienten mit infiziertem DFU in einer stationären Fußbehandlungseinrichtung DDG.

Methode: Suche und Erfassung der vom 01.10.2018 – 31.03.2019 stationär mit akutem DFU behandelten Patienten, der detektierten Keime und deren Antibiogramme. Deskriptive Darstellung der Ergebnisse in unterschiedlichen Altersgruppen (≤ 70 J im Vergleich zu > 70 J).

Ergebnisse: Es konnten insgesamt 175 Patienten im Alter von 19-96 Jahren (mittl. Alter 69 J) und 493 Keime erfasst werden. Mit knapp 60 % stellten gram-positive Erreger, v. a. Staph. aureus (STA, 20 %), in allen Altersgruppen die größte Keimgruppe dar. Im höheren Alter (> 70 J) waren Pseudomonaden (PSA), Enterokokken und Anaerobier (z.B. Finegoldia magna) häufiger. Allgemein häufige Resistenzen betrafen Chinolone, Cephalosporine und Tigecyclin. Beim STA war eine Resistenz gegen orale Penicilline (68 %), Clindamycin und Eryhromycin (22 %) vorherrschend. Im höheren Alter war die Resistenz gegen Penicillin häufiger (+10%), während die gegen Cephalosporine etwas seltener war (-2%). Bei PSA war die Resistenz gegen Piperacillin ± Tazobactam und Ceftazidim im Alter häufiger (+15 bzw. +8 %), während die Resistenz gegen Imipenem und Ciprofloxacin seltener war (-10%).

Zusammenfassung: Gram-positive Erreger sind die Hauptverursacher beim infizierten DFU über alle Altersklassen hinweg. Im Alter treten Infektionen mit Pseudomonaden, Enterokokken und Finegoldia häufiger auf. Auch die Resistenzlage scheint sich im Alter zu verändern, was u.a. auf antibiotische Vortherapien zurückgeführt werden könnte. V. a. Resistenzen gegen Penicilline ± ß-Lactamasehemmer sind häufiger. Bei insgesamt kleinen Stichproben je Keim und teils fehlenden Antibiogrammen (ca. 25 % der Keimbestimmungen), waren die Veränderungen aber statistisch nicht signifikant.

15:30
Differenzierung von Clostridium difficile-Ribotypen im Rahmen eines klinischen Projektes zur Reduktion von Infektionen mit Toxin-bildenden Clostridium difficile in geriatrischen Kliniken (ReToCdiff)
P05 

J. Seele, W. Leszczynski, M. Kaase, V. Meier, M. Wappler, J. Sasse, S. Unkel, T. Friede, U. Reichard, H. Eiffert, R. Nau, S. Scheithauer; Göttingen, Hofgeismar, Kaufungen

Infektionen mit Toxin-bildenden Clostridium (C.) difficile-Bakterien (TCD) stellen insbesondere in der Geriatrie eine große krankenhaushygienische Herausforderung dar. Das Risiko im Jahr nach einer C. difficile-Infektion zu versterben, erhöht sich um den Faktor 2,33.

Ziel des interventionellen Projektes ReToCdiff (Innovationsausschuss, Projektnummer: 01VSF16059) ist es, die Rolle asymptomatisch kolonisierter Patienten zu evaluieren und die Ausbreitung von TCD in geriatrischen Kliniken zu verringern. Im Rahmen von ReToCdiff werden wöchentlich von allen Patienten eines geriatrischen Zentrums mit 95 Betten Stuhlproben gesammelt und kulturell mittels eines chromogenen Selektivnährbodens auf C. difficile untersucht. Kolonien, die morphologische Merkmale von C. difficile aufweisen, werden mittels PCR auf die C. difficile-spezifische Glutamat-Dehydrogenase (gluD) und das Toxin B (tcdB) untersucht. Anschließend erfolgt die Ribotypisierung der toxigenen Stämme.

C. difficile wurde bisher in 58 Stuhlproben von 485 Patientenfällen detektiert (12%). Hiervon wiesen 52 Isolate (90% der C. difficile-Isolate) das Gen für das Toxin B tcdB auf (10,7% der Grundgesamtheit). Es konnten 19 unterschiedliche Ribotypen identifiziert werden. Die häufigsten Ribotypen waren 001 (13,5%), 020 (11,5%) und 015 (9,6%), aber auch die hypervirulenten Ribotypen 027 (7,7%) und 078 (5,8%) wurden in asymptomatisch kolonisierten Patienten nachgewiesen.

Die Anzahl asymptomatisch kolonisierter Patienten entspricht Ergebnissen, die in deutschen Rehabilitationszentren (11,1% asymptomatische Kolonisierung) ermittelt wurden. Ebenso wurde in Süddeutschland der Ribotyp 001 am häufigsten bei Stämmen mit positivem Toxin-Nachweis identifiziert. Informationen über die asymptomatische Kolonisierung von Patienten mit toxigenen C. difficile sowie die Analyse der vorhandenen Ribotypen können wichtig sein, um Ansteckungswege für Patienten mit einer hohen Gefahr für eine symptomatische TCD-Infektion zu identifizieren und zu unterbrechen.

15:30
Antibiotikumstempel schafft Awareness bei Ärzten und Pflegenden und ermöglicht rationalere Antiinfektivatherapie in der Geriatrie
P06 

J. Dowideit, A. Krenz-Weinreich, K. Hoffmann, U. Langlo, H. Geiss; Middelburg, Flintbek, Ismaning

Antibiotic Stewardship ( ABS ) führt in einem multimodalen Ansatz zu einem rationalen Antibiotikaeinsatz, was gerade in der Geriatrie wegen der Infektanfälligkeit und der Vulnerabilität der Patienten bedeutsam ist. Die Einführung von Leitlinien zum Antibiotikumgebrauch bei häufigen Infektionen wie denen der Harnwege , die sich am regionalen Erregerspektrum und den Erregerempfindlichkeiten orientieren, stellen dabei eine Grundlage dar.

Sie bedingen die Wahl des Antibiotikums , wobei  auf Patientenseite Alter und Komorbiditäten wie Nierenfunktionseinschränkung eine Rolle spielen und von seiten  des Antibiotikums Toxizität und mögliche Nebenwirkungen gerade im Hinblick auf das Auslösen von Clostridium difficile- Enterocolitis (CDI) zu berücksichtigen sind.

Zur so wichtigen Dokumentation der Antibiotikumgabe stellen wir einen Antibiotikumstempel  vor, mit dessen Hilfe wir  Indikation der  Behandlung, Art und Dosis sowie geplante  Dauer der Verabreichung in der Patientenkurve transparent abbilden. Sämtliche mit dem Patienten befasste Ärzte und Pflegende können so  auf einen Blick das Infektionsgeschehen und dessen Behandlung erfassen.

Diesen die Awareness gegenüber dem Antibiotikumeinsatz erhöhenden Stempel stellen wir in einen Zusammenhang mit aktuellen  Antiinfektivaverbrauchszahlen unserer Klinik  im Benchmarking mit anderen geriatrischen Einrichtungen.

15:30
Adipositas verursacht ein inflammatorisches Milieu in den Nieren alternder Long-Evans-Ratten
P07 

T. Laurentius, U. Raffetseder, C. Fellner, R. Kob, M. Nourbakhsh, J. Floege, T. Bertsch, C. Bollheimer, T. Ostendorf; Aachen, Regensburg, Nürnberg

Adipositas gilt als ein Risikofaktor für chronische Nierenerkrankungen (CKD). Während hier die genauen Mechanismen noch unerforscht bleiben, wird die Beteiligung von Entzündungsfaktoren als eine Folge von Adipositas häufig diskutiert. Das Ziel unserer Studie war es, den Entzündungsstatus der Nieren und mögliche fortschreitende Nierenschäden, d. h. Tubuli-Schäden und Fibrose, nach Langzeit- in einem Rattenmodell für Adipositas durch anhaltenden Konsum einer fettreichen Diät (HFD) zu untersuchen. 24 Wochen alte männliche Long-Evans (LEV) -Ratten wurden 51 Wochen lang kontinuierlich mit einer Kontrolldiät (CD) oder HFD gefüttert. Das mittlere Körpergewicht war bei Ratten mit HFD-Fütterung höher als bei Ratten mit Kontrollnahrung und in den letzten 24 Wochen deutlich erhöht. Blutanalysen zeigten keine wesentlichen Veränderungen der Nierenfunktionsparameter durch HFD-Konsum, sondern einen erheblichen Anstieg der Kreatinkinase. Der entzündliche Status der Nieren wurde erst mit histologischen und immunhistologischen Techniken bewertet. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe waren die Anzahl der Immunzellinfiltraten und infiltrierenden Monozyten / Makrophagen in der Niere der Tiere, die 75 Wochen mit HFD gefüttert wurden, signifikant höher. Weitere Parameter der Nierenfibrose, einschließlich Glomerulosklerose und Tubulusschäden, waren auch im Nierengewebe von HFD-gefütterten Ratten deutlich höher als die Kontrollgruppe. Der signifikante Anstieg der tubulären Proteinbelastung in HFD-gefütterten Rattengeweben zeigte, dass die Nierenfunktion bereits in dieser Phase gestört war. Wir haben weiter die Expression von 22 bekanntesten Entzündungsmarkern im Nierengewebe der Tiere untersucht. Es zeigte sich, dass nur die Expression von MCP-1 und Eotaxin (CCL11) spezifisch in adipösen LEV-Ratten erhöht war. Zusammengefasst weisen die adipösen LEV-Ratten im Alter signifikante Schäden an den Nierenstrukturen auf, die nicht in der Kontrollgruppe vorzufinden sind. Diese subtilen Veränderungen können die Nieren für die Entwicklung einer progressiven chronischen Nierenerkrankung sensibilisieren, insbesondere in Kombination mit sekundären Faktoren wir Diabetes oder Hypertension.

15:30
Nutritional care of home-cared older adults depends on type of care and living situation
P08 

N. Chareh, E. Kiesswetter, H. Heseker, P. Stehle, C. C. Sieber, D. Volkert; Nürnberg, Paderborn, Bonn

Background: Community-dwelling older people in need of care receive informal care (IC) and/or professional care (PC) and are varied with regard to living situation, which may affect the extent of nutritional care (NC). The aim of this study is to investigate the difference of NC based on type of care and living situation.

Methods: In this cross-sectional study, NC of home-cared older adults was asked using a standardized questionnaire in personal interview. Participants received either mainly IC or PC and lived either with partner (LP), with others (LO) or alone (LA).

Results: Of 353 participants (81 ± 8 years, 64% female), 40% were IC-LP, 19% IC-LO, 27% IC-LA and 14% PC-LA. 26% of IC-LP, 31% of IC-LO, 8% of IC-LA and 12% of PC-LA were severely in need of care (ADL score: 0-30, p< 0.001). More than 90% of food shopping in IC receivers was provided by relatives compared to 41% in PC-LA (p< 0.001). Warm meals in IC receivers were mainly provided by relatives (89% IC-LP, 90% IC-LO, 70% IC-LA vs 16% PC-LA, p< 0.001), whereas in PC-LA, 47% were prepared by themselves and 22% provided by meals on wheels. 41% of IC receivers were very satisfied with their NC compared to 33% in PC receivers (p= 0.062).

Conclusions: Need of care as well as NC differed among home-cared older adults. Those who lived not alone were more in need of care and those with IC received more NC. Satisfaction with NC tended to be higher in mainly IC receivers compared to PC receivers.

15:30
Training verbessert die Anwendung von Inhalatoren und die Symptomkontrolle bei geriatrischen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
P09 

M.-C. Luley, T. Loleit, E. Knopf, M. Djukic, C. Criée, R. Nau; Göttingen, Bovenden

Fragestellung: Für ältere Menschen mit Sehstörungen, kognitiven Beeinträchtigungen oder Störung von Feinmotorik oder Sensibilität der Finger stellen die bei der Behandlung der COPD verwendeten Inhalatoren eine Herausforderung dar. Zahlreiche ältere COPD-Patienten machen schwere Fehler bei der Inhalation ihrer Medikamente.

Methodik: Vom 01.10.16 bis 30.09.17 führten wir bei 38 stationär behandelten Patienten >65 Jahre (medianes Alter 79 Jahre) mit zuvor diagnostizierter COPD eine kontrollierte, nicht-randomisierte, prospektive Interventionsstudie durch. Wir untersuchten den Einfluss einer 8-tägigen videoassistierten Schulung entsprechend den Empfehlungen der deutschen Atemwegsliga e.V. auf Fehlerhäufigkeit bei der Applikation, die Lungenfunktionsparameter (Einsekundenkapazität, FEV1) sowie die subjektive Symptomwahrnehmung (COPD Assessment Test, CAT-Score). An den Tagen 1 und 8 erhobene Messwerte wurden mit dem Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test verglichen.

Ergebnisse: Die Zahl der Bedienungsfehler pro Patient sank als Folge des Trainings im Median von 3,0 (2/4) auf 0,5 (0/1) [Median (25./75. Perzentile; p < 0,0001)]. Der CAT-Score verringerte sich im Median von 19,5 (14/24) auf 14,5 (10,75/21) Punkte [Median (25./75. Perzentile; p < 0,0001) entsprechend einer deutlichen Verringerung der klinischen Symptome. Demgegenüber stieg die FEV1 als Folge der Intervention nicht signifikant an. Die bei unterschiedlichen Schweregraden der COPD erhobenen Befunde waren ähnlich. Die Anzahl der Inhalationsfehler war invers mit der Punktzahl im Mini-Mental-Status-Test (MMST) korreliert (p = 0,01). Die Reduktion der Fehlerzahl durch das Training korrelierte nicht mit dem MMST.

Schlussfolgerungen: Ein 8-tägiges intensives Training führte zu einem erheblich verbesserten Gebrauch der verordneten Inhalatoren sowie zu einer deutlichen Reduktion der klinischen COPD-Symptome. Auch Patienten mit pathologischem MMST profitierten vom Training. Demgegenüber hatte die Kurzintervention keinen Einfluss auf die FEV1 als Maß der Obstruktion.

15:30
Veränderungen von quantitativen Parametern von Transferbewegungen bei Patienten mit Alzheimerdemenz und MCI
P10 

M. A. Hobert, H. Hentrich, F. Metzger, I. Liepelt-Scarfone, G. Eschweiler, A. J. Fallgatter, D. Berg, W. Maetzler; Kiel, Tübingen

Fragestellung: Patienten mit einem milden kognitiven Defizit (MCI) haben ein erhöhtes Risiko eine Alzheimer Demenz (AD) zu entwickeln. In den letzten Jahren konnten zunehmend auch motorische Auffälligkeiten Jahre vor der klinischen Manifestation der AD gefunden werden, diese beschränken sich vorrangig auf Gang und Feinmotorik.

Im Alltag sind Transferbewegungen wie Aufstehen und Hinsetzen sehr häufig und relevant. Einschränkungen dieser Bewegungen haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität („Wer nicht aufstehen kann, kann nicht gehen“). Tragbare Sensoren können den Informationsgehalt typischer geriatrischer Assessments wie den Five-Times-Sit-to-Stand-Test (FTSTS) erweitern. Die hier vorgestellte Studie untersucht das Potential eines mit einem tragbaren Sensor instrumentierten FTSTS-Tests zur Erfassung von motorischen Veränderungen bei Patienten mit AD und MCI.

Methodik: Wir untersuchten 7 Patienten mit AD, 12 mit MCI  und 16 gesunde Kontrollen mit dem FTSTS (fünfmal hintereinander aufstehen und hinsetzen). Es wurden quantitative Parameter mit einem tragbaren Sensor am unteren Rücken erfasst. Dabei erfolgt eine Gliederung der Bewegung in jeweils eine Flexions- (erster Teil) und Extensionsphase (zweiter Teil der Bewegung).

Ergebnisse: Beim Aufstehen zeigten sich in der Extensionsphase ein signifikant größerer Bewegungsumfang bei MCI und AD im Vergleich zu den gesunden Kontrollen (p=0.007) und eine größere maximale Winkelgeschwindigkeit bei AD als in den anderen beiden Gruppen (p=0.02). Beim Hinsetzen zeigten sich in der Flexionsphase ein größerer Bewegungsumfang bei MCI im Vergleich zu den gesunden Kontrollen (p=0.009) und eine höhere maximale Winkelgeschwindigkeit bei MCI und AD im Vergleich zu den gesunden Kontrollen (p=0.004).

Zusammenfassung: Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es diskrete motorische Veränderungen bei Transferbewegungen bei AD und bereits im MCI-Stadium im Vergleich zu gesunden Kontrollen gibt, die mit tragbaren Sensoren detektiert werden können. Die beschriebenen Veränderungen in den Bewegungen könnten auf einen (wenn auch sehr diskreten) Verlust in der Präzision der Durchführung von Aufstehen und Hinsetzen hinweisen. Neben dem Einsatz zur (Früh-) Erkennung von AD könnte dieses Ergebnis auch ein Ansatz im Training von Patienten mit AD sein.

15:30
Frailty als Marker für die Plasmakonzentrationen der direkten oralen Antikoagulantien: Protokoll einer explorativen Studie
P11 

A. Eidam, J. Marji, K. I. Foerster, J. Burhenne, A. Blank, W. Haefeli, G. Mikus, J. M. Bauer; Heidelberg

Fragestellung: Bislang ist unklar, ob betagte Patienten mit Frailty eine andere, zum Beispiel niedrigere Dosierung der direkten oralen Antikoagulantien (DOAKs) benötigen als Gleichaltrige ohne Frailty. Eine Veränderung der Pharmakokinetik einzelner DOAKs bei Frailty-Patienten erscheint durch eine verminderte Expression von Cytochrom-P450 3A Isoenzymen oder eine veränderte Körperzusammensetzung denkbar. In dieser explorativen Studie soll das Potential des Frailty-Konzeptes untersucht werden, als klinischer Marker für die Höhe der DOAK-Plasmakonzentrationen zu fungieren.

Methodik: Patienten im Alter ≥ 70 Jahre mit regelmäßiger Einnahme eines der vier DOAKs Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban oder Dabigatran werden in diese Studie eingeschlossen. Es erfolgt die einmalige Abnahme eines Plasmatalspiegels im Steady-state des jeweils dauerhaft verabreichten DOAK. Begleitend wird die Charakterisierung der Teilnehmer mittels vier verschiedener Frailty Assessments vorgenommen: „Physical phenotype of frailty“ nach Fried et al, Frailty Index nach Searle et al, Short Physical Performance Battery, FRAIL Scale. Untersucht werden soll die Korrelation der Ergebnisse der Frailty Assessments mit der Höhe der DOAK-Plasmaspiegel. Modulierende Variablen wie Nierenfunktion, verabreichte Dosis, Körpergewicht und eine interagierende Komedikation werden begleitend erhoben und bei der Auswertung der Ergebnisse berücksichtigt. Durch Ansprache möglicher Teilnehmer in unterschiedlichen Settings soll eine gleichmäßige Rekrutierung in den drei Gruppen „frail“, „prefrail“ und „robust“ nach Fried et al. gewährleistet werden. Angestrebt wird eine Fallzahl von 10-20 Teilnehmern pro Frailty-Gruppe und DOAK (n = 120-240).

Erwartete Ergebnisse und Diskussion: Die Rekrutierung für diese Studie hat im Februar 2019 begonnen und soll im Laufe des Jahres 2019 abgeschlossen werden. Dieses Studienprotokoll ermöglicht es, erste Querschnittsdaten zur Vorhersagekraft des Frailty-Status für die DOAK-Pharmakokinetik bei betagten Patienten zu erheben.

15:30
Validierung der patientenspezifischen Funktionsskala (PSFS) bei geriatrischen Patienten mit kognitiven Einschränkungen im Akutkrankenhaus
P12 

P. Heldmann, C. Werner, K. Hauer, J. M. Bauer; Heidelberg

Fragestellung: Zur Verbesserung der Versorgungsqualität gewinnen Instrumente zur Selbsteinschätzung der Patienten hinsichtlich gesundheitsrelevanter Endpunkte („Patient-Reported Outcome Measures“, PROMs) zunehmend an Bedeutung. Die patientenspezifische Funktionsskala (PSFS) ist eine PROM zur subjektiven Erfassung von patientenrelevanten Aktivitätseinschränkungen, die bislang noch nicht bei Patienten mit kognitiven Einschränkungen validiert wurde. Ziel dieser Studie ist eine erste Überprüfung der psychometrischen Gütekriterien der PSFS bei geriatrischen Patienten mit kognitiven Einschränkungen im Akutkrankenhaus.

Methode: Die Validierung der PSFS wird mit einer Subgruppe von kognitiv beeinträchtigten Teilnehmern (Mini-Mental State Examination, MMSE  [<24 Punkte]) einer derzeit noch laufenden Längsschnittsstudie zur körperlichen Aktivität von geriatrischen Patienten im Akutkrankenhaus durchgeführt. Einschlusskriterien sind: ≥65 Jahre, Stehfähigkeit, keine schwere kog. Einschränkungen (MMSE ≥12 Punkte), geriatrische Komplexbehandlung. Die Konstruktvalidität wird mit a-priori formulierten Hypothesen über erwartete Korrelationen (rho) mit anderen PROMs (Activities-Specific Balance Confidence Skala, EQ-5D, Falls Efficacy Scale-International, visuelle Schmerz-Analogskala) und der motorischen Leistung (Gehgeschwindigkeit, Aufstehtest) überprüft. Für die Test-Retest Reliabilität wird die PSFS nach 24h wiederholt und die Übereinstimmung mittels Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC) analysiert. Die Veränderungssensitivität wird über den Verlauf der Komplexbehandlung im Akutkrankenhaus untersucht.

Ergebnisse: Bislang wurden 37 geriatrische Patienten (83,2 ± 6,7 Jahre) mit kognitiven Einschränkungen eingeschlossen (MMSE: 18,7 ± 3,0 Punkte). Die vorläufigen Analysen zeigen hypothesenkonforme mittlere bis hohe Korrelationen der PSFS mit anderen PROMs (rho = 0,30-0,50) und der motorischen Leistung (rho = 0,32-0,60), eine exzellente Test-Retest Reliabilität (ICC = 0.80) sowie eine moderate Veränderungssensitivität (standardized response mean = 0,57). Die Durchführungszeit beträgt durchschnittlich 7,9 ± 2,9 min.

Schlussfolgerung: Diese Vorauswertung zeigt, dass die PSFS eine valide, reliable, sensitive und schnell durchführbare PROM zur Selbsteinschätzung von Aktivitätseinschränkungen bei geriatrischen Patienten mit kognitiven Einschränkungen sein kann. Nach Ende der Längsschnittsstudie werden die psychometrischen Gütekriterien an der Gesamtstichprobe überprüft.

15:30
Relevanz einer strukturierten Identifikation geriatrischer Patienten
P14 

N. Bradtke; Marsberg

Fragestellung: Die Indikationsstellung zur geriatrischen Versorgung wird vornehmlich von diesbezüglich nicht speziell geschulten oder ausgebildeten Entscheidungsträgern vorgenommen. Im Kontext eines regionalen Klinikverbundes soll der Relevanz dieses Vorgehens für die geriatrische Versorgung in qualitativer und quantitativer Hinsicht nachgegangen werden.

Studiendesign: Die Untersuchung bezieht sich auf einen regionalen konfessionellen Klinikverbund zwischen einem städtischen Schwerpunktkrankenhaus ohne geriatrische Versorgung (Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn) und einem regional benachbarten Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit geriatrischer Klinik (St.-Marien-Hospital Marsberg). Im Rahmen eines sequenziellen Vergleiches der geriatrischen Verlegungsprozesse während eines Jahrgangs ohne Casemanagement  Geriatrie in 2014 mit einem Jahrgang nach implementiertem Casemanagement in 2016 soll bei konstanten Rahmenbedingungen den damit assoziierten Effekten nachgegangen werden. Während in 2014 die Indikationsstellung zur geriatrischen Versorgung durch nicht geriatrisch geschultes Personal vorgenommen wurde, erfolgte in 2016 ein strukturiertes Casemanagement Geriatrie mit Identifikation geriatrischer Patienten anhand des ISAR-Scores. Das gesamte Studienkollektiv beider Jahrgänge belief sich auf 703 Patienten.

Ergebnisse: Die Einführung einer strukturierten Identifikation geriatrischer Patienten im Kontext eines Casemanagements Geriatrie führte im Klinikverbund zu einer statistisch hoch signifikanten Steigerung der Verlegungszahlen in die geriatrische Klinik (p<0,01). Ein entsprechender Effekt konnte klinikintern hinsichtlich der Kooperation zwischen Unfallchirurgie und Geriatrie im Rahmen eines geplanten Alterstraumazentrums erzielt werden (p<0,01). In qualitativer Hinsicht wurden in dem Jahrgang ohne strukturierte Identifikation geriatrischer Patienten klinisch stärker betroffene und funktionell ausgeprägter eingeschränkte Patienten vermehrt in die geriatrische Klinik verlegt. Dies zeigte sich an einem noch bei geriatrischer Entlassung signifikant höheren Analgetikabedarf der WHO-Klasse 3 (p<0,05). Demgegenüber gelangten nach Implementierung eines Casemanagements Geriatrie vermehrt hochbetagte Patienten (=/> 90 Jahre) in die geriatrische Versorgung. Diesem Kollektiv werden trotz nachgewiesener Effektivität einer geriatrischen Frührehabilitation erforderliche Zuwendungen ohne strukturierte Evaluation offensichtlich zu häufig vorenthalten.

15:30
Higher FORTA (Fit-fOR-The-Aged) Scores Comprising Over- and Undertreatment Are Associated with Impaired Cognitive and Physical Function Tests in Older Adults
P15 

F. Pazan, H. Burkhardt, H. Frohnhofen, C. Weiß, C. Throm, A. Kuhn-Thiel, M. Wehling; Mannheim, Essen, Frankfurt a. M., Bad Dürkheim

The FORTA (Fit fOR The Aged) List has been clinically validated to improve medication quality and clinical outcomes in older adults. Here, the association of medication quality with mental and physical capabilities of older patients was assessed. Data from the VALFORTA trial on 409 geriatric (mean age 81.5 years) hospitalized patients were assessed for associations between the FORTA score (sum of over- and undertreatment errors) on admission, and geriatric assessment tests. Univariate and multivariate linear correlations adjusted for age, sex, numbers of medications and chronic illnesses and body mass index as well as comparisons between high and low FORTA-score patients were performed. The FORTA-score was significantly correlated with instrumental activities of daily living (IADL), Tinetti-test, Essen questionnaire on age and sleepiness (EFAS), mini-mental state examination (MMSE) and handgrip strength in the univariate analysis and with IADL, Tinetti-test and EFAS in the multivariate analysis. Effect size was weak for IADL and Tinetti-test and medium for EFAS. Significant differences between high- and low-FORTA-score patients were found for IADL, the Tinetti-test, mini nutritional assessments, MMSE, EFAS and geriatric depression scale. All significant tests revealed that higher FORTA-scores (lower medication quality) were associated with less favorable test results. The FORTA-score is associated with relevant functional outcomes, highlighting the importance of medication quality for the functional and cognitive health of older adults.

15:30
Test-Retest-Reliability of quantitative assessment of gait and balance parameters in geriatric patients – First results of the prospective multicenter study “COgnitive and Motor interactions in Older populatioNs” (ComOn)
P16 

C. T. Ortlieb, J. Geritz, S. Mätzold, M. Elshehabi, L. M. Bergeest, M. Kress, E. Schanz, M. Beckbauer, C. Hansen, W. Maetzler; Kiel

Background: Mobility reduction and motor dysfunction are common in older adults, especially in geriatric (i.e. multimorbid) patients. New assessment tools including mobile technology (e.g., inertial measurement units, IMUs) enable the quantification of these deficits in such cohorts on a large scale. The ongoing prospective multicenter study COgnitive and Motor interactions in Older populatioNs (ComOn) aims at assessing gait and balance with IMUs in 1000 inpatients at referral and discharge, to define the impact of multidisciplinary medical management in this vulnerable cohort. However, the reliability of this IMU-based assessment protocol, which enables the definition of the minimal clinically relevant change (MCRC), is not yet adequately defined in this cohort.

Methods: A subcohort of the ComOn study (n=100) is measured twice within a period of 12 to 24 hours during the regular hospital stay in a study center. No treatment changes are allowed during this period. Gait and balance parameters are collected using accepted supervised tests (such as the Timed up and go test, Circular walking and the Short Physical Performance). All patients are instrumented with certified IMUs at the feet and the lower back (Rehagait®, Hasomed, Germany). Furthermore, detailed information about medical history and therapeutic interventions, cognitive performance and behavioral aspects (e.g. depression, health-related quality of life, physical activity) will be considered for the analyses.

Results: Currently, 50 patients are included in the study and recruitment is still ongoing and smooth. Preliminary results suggest that the assessment is well accepted and does not relevantly interfere with routine clinical management. So far, no serious event occurred. MCRC values will be calculated according to Strouwen et al, Phys Ther. 2016, when the recruitment target has been reached (anticipated for July 2019) and presented during the DGG congress 2019.

Conclusion: To our best knowledge, this is the first study providing MCRC values for efficiency of treatment evaluation for geriatric patients with gait and balance deficits.

15:30
Cognitive and motor interaction in neurogeriatric patients – sub-analysis of the prospective multi-center study „COgnitive and Motor interaction in Older populatioNs“(ComOn)
P17 

J. Geritz, S. Mätzold, M. Beckbauer, D. Berg, L. M. Bergeest, C. Ehlers, M. Elshehabi, S. Farahmandi, A. Grüter, M. Heller, M. A. Hobert, M. Hofmann, L. Kerkmann, M. Kress, J. Kudelka, C. Maetzler, K. Niemann, C. T. Ortlieb, M. H. Pham, F. Radloff, E. Schanz, L. Schebesta, A. Schicketmüller, F. Teubner, A. Vormehr, E. Warmerdam, J. Welzel, D. Wendtland, A. Wiegard, C. Hansen, N. Bunzeck, W. Maetzler; Kiel, Magdeburg, Lübeck

Background: Cognitive and motor impairments are associated with decreased quality of life and other relevant Activities of Daily Living (ADL) milestones in the old population. Especially neurogeriatric patients suffer from cognitive and motor impairment, e.g., gait and balance as well as executive and attentional dysfunctions. Recent studies suggest a relevant interaction between these domains.

Methods: In the prospective observational study ComOn, extensive assessments of neurogeriatric patients take place at admission and before discharge of a two-week stay with individualized treatment in a multidisciplinary geriatric team. About 250 participants will be included in this multi-center study from Kiel for this analysis.

Results: We will reach the study sample size of our center in about 4 weeks, and then start with the analyses. We will evaluate (i) the association between specific cognitive functions (using a standardized neuropsychological test battery) and quantitative parameters of gait and balance (assessed with inertial measurement units, IMUs) and (ii) calculate the prognostic value of cognitive impairment at admission for treatment outcome concerning mobility. Statistical analysis will include (i) correlation coefficients as well as tests for group comparisons and (ii) a multiple linear regression model.

Discussion: ComOn is a large prospective observational study, with an extensive quantitative geriatric assessment focusing on the evaluation of neurogeriatric patients in a University hospital. This analysis will provide, to our best knowledge for the first time, representative information about status-quo and prognostic value of cognitive and mobility deficits in this population.

15:30
Depression im Altenpflegeheim: Stand der Rekrutierung im Projekt DAVOS
P18 

A. Schall, V. A. Tesky-Ibeli, L. Luft, K. Kraus, C. Meidinger, L. C. Nagel, E. Arens, T. Müller, U. Schulze, U. Stangier, F. Oswald, J. Pantel; Frankfurt a. M.

Hintergrund: Depressionen sind neben demenziellen Erkrankungen die häufigsten psychischen Erkrankungen des Alters. Die Prävalenz depressiver Störungen bei Menschen in Altenpflegeeinrichtungen ist sogar doppelt so hoch wie in der gleichaltrigen Allgemeinbevölkerung. Trotz guter Behandlungsoptionen wird die Erkrankung in Pflegeheimen häufig nicht erkannt. In der hausärztlichen Versorgung erhalten lediglich 42,9% der an einer Depression leidenden Pflegeheimbewohner tatsächlich eine entsprechende Diagnose und nur die Hälfte davon eine adäquate Therapie. Eine psychotherapeutische Versorgung in Pflegeheimen findet derzeit nicht statt. Diese Tatsache stellt ein eklatantes Versorgungsdefizit dar und führt bei den Betroffenen u.a. zu reduzierter Lebensqualität, schlechterem körperlichen Funktionsniveau und früherer Sterblichkeit.

Methode: Das Projekt DAVOS dient mittels eines innovativen und strukturierten Case Management-Programms der Verbesserung der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung von älteren Menschen mit Depression in Pflegeeinrichtungen. Erwartet werden eine Verbesserung der Prävalenz und des Schweregrads depressiver Symptomatik sowie positive Effekte auf Funktionsniveau, Lebensqualität und soziale Teilhabe der Bewohner. Insgesamt nehmen 10 Pflegeinrichtungen in Frankfurt am Main an der Studie teil.

Ergebnisse: Bisher konnten 120 Pflegeheimbewohner zur Teilnahme motiviert werden, davon 70 Frauen (M = 80,2 Jahre; SD = 5,5 Jahre). Bei 31,8% dieser Bewohner konnte eine leichte bis mäßige Depression festgestellt werden, bei 11,8% lag sogar eine schwere Depressionsausprägung vor. Bewohner, die nicht am Projekt teilnehmen wollen, werden nach Gründen für die Ablehnung gefragt und diese Gründe systematisch anhand eines Fragebogens erfasst und dokumentiert. Erste Auswertungen (N = 104) zeigen folgende Gründe für die Nicht-Teilnahme seitens der Bewohner: „kein Interesse“ (37,9%) / „kein Nutzen“ (32%) / „zu anstrengend“ (28,2%) / „zu alt“ (16,5%) / „zu krank“ (11,7%) / „bestehende depressive Symptomatik“ (8,7%).

Diskussion: Im Rahmen des Kongresses werden der aktuelle Projektstand sowie erste Datenauswertungen präsentiert.

15:30
Comprehensive Geriatric Assessment-basierte Prognoseberechnung und subjektive Lebensqualität älterer hospitalisierter Patienten
P19 

A. Heeß, L. Pickert, A. M. Meyer, I. Becker, F. Müller, N. Noetzel, M. Rarek, V. Burst, P. T. Brinkkötter, A. Pilotto, T. Benzing, M. C. Polidori Nelles; Köln, Genova/I

Hintergrund: Die patientenzentrierte Behandlung älterer multimorbider Patienten ist im Klinikalltag eine große Herausforderung. Als Goldstandard zur Identifikation von Hochrisikopatienten gilt das Comprehensive Geriatric Assessment (CGA). Zusätzlich zur funktionellen Betrachtung wird auch die Frage nach der Lebensqualität von älteren, multimorbiden Patienten immer mehr zum Schwerpunkt der Versorgung.

Ziel: Ob es möglich ist, durch Ergebnisse einer CGA-basierten Prognoseberechnung auch Aussage über die Lebensqualität der Patienten treffen zu können, ist Gegenstand der vorliegenden Untersuchung.

Methoden: Retrospektiv wurden aus einer prospektiven Studie Daten von 83 (52M, 31F) multimorbide Patienten ≥65   Jahre verglichen, die auf der nephrologischen Akutstation der Klinik II für Innere Medizin des Universitätsklinikums Köln hospitalisiert waren. Alle Patienten erhielten bei Aufnahme ein CGA und eine Prognoseberechnung mittels des Multidimensionalen Prognostischen Index (MPI). Durch den MPI, der einen kontinuierlichen Wert zwischen 0-1 ausrechnet, lassen sich Patienten in drei Risikogruppen für Rehospitalisierung, Mortalität und Institutionalisierung zusammenfassen: 0.00-0.33 geringes, 0.34-0.66 mittleres und 0.67-1.00 hohes Risiko.

Zusätzlich wurde die subjektive Lebensqualität der Patienten für die Bereiche: körperliche Gesundheit, seelische Gesundheit, Alltag und Soziales erfasst. Dabei vergaben die Patienten auf einer Skala von 1 bis 10 Punkten aufsteigend Punkte für ihre jeweilige Zufriedenheit. Für die Berechnung wurden die vier Bereiche zusammengefasst, gemittelt und dann in 4 Gruppen (0-2,5; 2,6-5; 5,1-7,5; 7,6-10) unterteilt.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 76,2 (SD 6,6) Jahre. Der durchschnittliche MPI-Wert war 0,49 (SD 0,2) (20 Pat. low risk; 40 Pat. medium risk; 23 Pat. high risk) Die durchschnittliche Lebensqualität lag bei 6,2 (SD 1,9). Bei den Patienten zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang (p=0,005) zwischen der MPI-Prognose und den Mittelwert-Gruppen der subjektiver Lebensqualität.

Diskussion: Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass der MPI auch Aussage über die Lebensqualität älterer Patienten treffen kann. Weiterführende Forschung ist jedoch notwendig, um mögliche Beeinflussung der Ergebnisse durch Confounder auszuschließen, weitere relevante Parameter zu detektieren und den genauen Zusammenhang zwischen Lebensqualität und den Ergebnissen einer CGA-basierenden Prognoseberechnung zu identifizieren.

15:30
Auf welcher methodischen Qualität basieren unsere medizinischen Empfehlungen für geriatrische Patienten? Eine Analyse am Beispiel einer Serie von Systematischen Übersichtsarbeiten im Rahmen des PRIMA-eDS Projekts.
P20 

L. Lechterbeck, A. Sönnichsen; Witten, Wien/A

Hintergrund: Älteren PatientInnen werden häufig Medikamente verordnet, deren Wirkungen primär an jüngeren Menschen getestet wurden. Ziel dieser Arbeit ist die methodische Überprüfung der Studienqualität hinsichtlich von Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten bei älteren Menschen. Die Qualitätsanalyse erfolgt beispielhaft an einer Reihe von sechs Systematic Reviews mit insgesamt 48 eingeschlossenen Systematischen Übersichtsarbeiten, 63 Interventions- und 33 Beobachtungsstudien, die als Grundlage zur Entwicklung von Empfehlungen zur medikamentösen Behandlung älterer Menschen in der multizentrischen Studie PRIMA-eDS dienten.

Methoden: Es erfolgte eine Qualitätsbewertung aller in die sechs Systematischen Übersichtsarbeiten eingeschlossenen Systematic Reviews, Interventionsstudien und Beobachtungsstudien mittels der Tools AMSTAR für SRs, CASP für Beobachtungsstudien und des Cochrane Risk of Bias Tools für Interventionsstudien. Die Bewertung erfolgte durch zwei unabhängige Reviewer. Abweichende Ein-schätzungen wurden durch Diskussion geklärt.

Ergebnisse: Nur ein einziger Systematic Review, eine einzige Beobachtungsstudie und zwei randomisiert kontrollierte Studien erfüllten alle Qualitätskriterien. Kein einziges Qualitätskriterium war bei allen Studien erfüllt. Einige Items waren in weit mehr als der Hälfte der Studien nicht erfüllt (max. 78%).

Diskussion: Die Evidenzbasis häufig verschriebener Medikamente bei Älteren ist gering. Die untersuchten Studien zeigten neben einem deutlichen Studienmangel in der Population, einen Mangel an hochwertiger Evidenz. Unter den Beobachtungsstudien blieb bei fast der Hälfte aller Veröffentlichungen unklar, ob das Follow-Up ausreichend lang und vollständig war. Bei einem Drittel passte das Ergebnis nicht zur beobachteten Evidenz und bei ebenso vielen konnte dies nicht bewertet werden. Das größte Verzerrungspotenzial der Interventionsstudien trat bei der Selektion und der korrekten Verblindung auf. Qualitätsmängel der SRs bestanden vor allem hinsichtlich der Literaturrecherche.

Take-Home-Message.

Für die medikamentöse Therapie älterer Menschen mangelt es sowohl an der Studienanzahl als auch an der Qualität. Evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen sollten dies berücksichtigen. Gezielte und qualitativ hochwertige Studien bei älteren Menschen sind zu fordern und zu fördern.

15:30
ZahnRad – Mundgesundheit pflegebedürftiger Patienten in Privathaushalten durch den aufsuchenden Zahnarzt
P21 

J. Dettbarn-Reggentin; Berlin

Hintergrund und Fragestellung: Der Zahnstatus alter und pflegebedürftiger Menschen in Privathaushalten weist gegenüber nicht pflegebedürftigen Personen deutliche schlechtere Befunde auf. Ursächlich werden hierfür körperliche Beeinträchtigungen, mangelnde Interessen an einer Zahnpflege, aufwändige Transporte zu einer Zahnarztpraxis wie auch fehlende Barrierefreiheit der Praxen angeführt.

Die Fragestellung zielt auf die zahnärztliche Behandlung der pflegebedürftigen Patienten/innen in Privathaushalten Wo liegen die Grenzen herkömmlicher Zahnbehandlungen in der eigenen Häuslichkeit Pflegebedürftiger? Lassen regelmäßige ambulante Zahnbehandlungen Langzeitzeiteffekte auf die Zahngesundheit und auf das psycho-soziale Wohlbefinden schließen? Welche Umgebungsfaktoren sind förderlich für die Erhaltung der Mundhygiene und somit der Zahngesundheit.

Methode: Die Studie war als Kontrollgruppenuntersuchung im Längsschnittdesign angelegt. Es wurde ein Zusammenspiels von zahnärztlichen Daten mit sozialen Daten sowie Angaben zum Wohlbefinden gewählt. Zum Einsatz kamen Assessements zur Mundgesundheit (DMFT-Index), mundgesundheitlichen Lebensqualität, (EURO-Quol-5D) und zum psychischen Wohlbefinden (WHO-5). Die Umweltituation wurde nach Nikolaus et.al. aufgenommen. In Interviews zum Wohlbefinden kamen standardisierte als auch teilstandardisierte Fragen zum Einsatz.

Stichprobe: Es wurden 50 pflegebedürftige Personen in Privathaushalten und 50 pflegebedürftige Personen in stationären Pflegeeinrichtungen (Kontrollgruppe) aufgenommen.

Erhebungszeitraum von Oktober 2014 bis März 2016, Erhebungsort ländliche Regionen in Nordbayern, Spessart. Die Studie wurde durch das Bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Ergebnisse: Die Mundhygiene pflegebedürftiger Patienten konnte nach Erstaufnahme und weiterer regelmäßiger Kontrolle und Behandlung durch einen ambulanten Hauszahnarzt einen höchstsignifikanten positiven Verlauf aufzeigen. Ebenfalls konnte die Bedeutung des sozialen Umfeldes auf das mundgesundheitliche Wohlbefinden der Patienten belegt werden.

Perspektive: Pflegebedürftigen Patientenwünschen eine Behandlung durch den ambulanten Hauszahnarzt. Für sie bedeutet die Verbreitung dieser Behandlungsform, insbesondere für Alleinlebende, eine ganz erhebliche Verbesserung des mundgesundheitlichen Pflege. Auch Angehörige partizipieren von den Hausbesuchen. Die Ergebnisse der Studie empfehlen die flächendeckende Verbreitung des ambulanten Hauszahnarztes.

15:30
Ambulante zahnärztliche Versorgung demenzkranker Patienten im Pflegeheim
P22 

H. Reggentin; Berlin

Hintergrund und Fragestellung: Die Zahnpflege alter und pflegebedürftiger Menschen mit Demenz weist gegenüber pflegebedürftigen Personen ohne Demenz deutliche schlechtere Befunde auf. Mit Eintritt einer demenziellen Erkrankung wird die selbstständig durchgeführte Zahn- und Prothesenpflege seltener. Es treten zudem häufig Einschränkungen manueller Fähigkeiten oder auch eine Visusminderung auf, die eine Mundpflege erschweren. Aggressiv-ablehnende Verhalten können die Zahnpflege gar völlig ausschließen.

Diese Evaluationsstudie richtete sich (zahn)pflegebedürftige Patienten mit Demenz in ihrer stationären Umgebung. Wo liegen die Grenzen herkömmlicher Zahnbehandlungen? Wie werden die Schwierigkeiten in der Behandlung demenziell erkrankter Patienten gelöst? Beeinflusst die (mangelnde) Mundhygiene das Wohlbefinden der Patienten mit Demenz?

Methode: Die Studie war als Kontrollgruppenvergleichsuntersuchung im Längsschnittdesign angelegt. Im Zusammenspiel von zahnärztlichen Daten mit sozialen Daten und Angaben zum Wohlbefinden wurden Assessements zur Mundgesundheit (DMFT-Index), mundgesundheitlichen Lebensqualität, (OHIP-G14 und EURO-Quol-5D) und zum psychischen Wohlbefinden (WHO-5) gewählt. Die soziale Situation einschl. Umgebungsfaktoren wurde der Pflegedokumentation entnommen.

Stichprobe: Es wurden pflegebedürftige Personen in einer stationären Einrichtung N=105 einbezogen, davon 61 Personen mit Demenz. Erhebungszeitraum von November 2014 bis Juli 2016, Erhebungsort Sozialstiftung Bamberg. Die Studie wurde durch das Bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Ergebnisse: Die Mundhygiene pflegebedürftiger demenzkranker Patienten zeigte nach Erstaufnahme durch einen ambulanten Hauszahnarzt im Verlauf eine leichte Verschlechterung der Zahnreinigung. Demenzerkrankte putzten ihre Zähne deutlich weniger und seltener als Nichtdemenzerkrankte. Sie sind im Verlauf stärker auf Unterstützung angewiesen. Ihre Compliance zeigt sich jedoch im Verlauf verbessert.

Perspektive: Mit der Verschlechterung des Gesundheitszustandes demenziell erkrankter Personen wie etwa in der zunehmend eingeschränkten Motorik oder der abnehmenden Einsichtsfähigkeit zur Erhaltung der Mundgesundheit, steigt der Unterstützungsbedarf durch Pflegepersonen. Es müssen intensive Fortbildungen zum Thema Mundgesundheit und Demenz, Umgang bei Verweigerung u.ä. erfolgen, wenn auch demenziell Erkrankte von der Behandlung eines Hauszahnarztes profitieren sollen.

15:30
Entwicklung und Validierung eines interdisziplinären Screeninginstruments zur Erfassung der Mundgesundheit von ambulant betreuten Senioren durch Hausärzte und Geriater
P23 

S. Spiritus, G. Röhrig-Herzog, S. Hamacher, M. J. Noack, A. G. Barbe; Erkelenz, Köln

Hintergrund: Die Mundgesundheit ambulant betreuter Senioren in Deutschland findet bisher wenig Beachtung durch Hausärzte/ Geriater trotz hoher Prävalenz. Es stellt sich die Frage, ob mit einem interdisziplinären Screening reduzierte Mundgesundheit im Praxisalltag identifiziert werden kann. Ziel der Studie war es, ein Screeninginstrument für reduzierte Mundgesundheit bei ambulant betreuten Senioren zur Anwendung durch Hausärzte/ Geriater zu entwickeln und durch eine zahnmedizinische Untersuchung zu validieren.

Methode: Umfragen bei N=10 ambulant-geriatrischen Patienten, N=20 Hausärzten und N=10 Zahnärzten bzgl. Notwendigkeit und Bedingungen wurden qualitativ ausgewertet. Mit den Ergebnissen wurde auf Grundlage des BOHSE (Mundgesundheitserhebungsbogen mit Munduntersuchung, validiert für Anwendung durch Pflegepersonal in Seniorenheimen) ein gekürztes Screeninginstrument entwickelt, der die zahnmedizinischen Items Mundschleimhaut, Karies, Prothetik, Parodontitis, Mundgeruch, Mundhygiene und Mundtrockenheit in dichotomen Fragen abbildet. Der Bogen wurde als Pilottestung bei N=40 Patienten in der hausärztlichen Praxis erhoben und durch eine zahnärztliche Untersuchung validiert. Reliabilitätsanalyse der Einzelitems wurde mit Cohen’s Kappa statistisch untersucht, t-Tests wurden verwendet um den Übereinstimmungsgrad sowie Über- und Unterschätzung zwischen Haus- und Zahnarzt zu identifizieren.

Ergebnisse: Bei N=40 ambulant betreuten Senioren (mittleres Alter >75 Jahre) waren die am häufigsten identifizierten oralen Probleme Mundtrockenheit, Kau- und Prothesenprobleme, und Dysphagie. Viele der Patienten haben einen Hauszahnarzt, der mittlere letzte Besuchstermin war etwa 1 Jahr her. Es besteht hohe Übereinstimmung (>70%) bei der Bewertung des Handlungsbedarfs der zahnmedizinischen Items sowie hohe Reliabilität zwischen den Untersuchern. Bei den Schleimhautbefunden durch Druckstellen, Mundtrockenheit und Mundgeruch zeigte sich stärkerer Handlungsbedarf bei der Untersuchung durch Zahnärzte als beim hausärztlichen Screening.

Schlussfolgerung: Es besteht hohe Übereinstimmung zwischen dem hausärztlich-geriatrischen Mundgesundheitsscreening und der zahnärztlichen Untersuchung der Mundgesundheit, wobei sich bei wenigen Items höherer Behandlungsbedarf bei Einschätzung durch den Zahnarzt abbildet. Der interdisziplinäre Erhebungsbogen kann als Screeninginstrument dienen und beitragen, reduzierte Mundgesundheit in der hausärztlichen Praxis frühestmöglich zu erkennen.

15:30
Allgemeinmedizinisch-geriatrische Befunde als Risikoindikatoren für eine eingeschränkte Mundgesundheit bei ambulant betreuten Senioren
P24 

A. Spiritus, A. G. Barbe, S. Hamacher, M. J. Noack, G. Röhrig-Herzog; Erkelenz, Köln

Hintergrund: Bei ambulant betreuten geriatrischen Senioren in Deutschland ist mit zunehmendem Alter und höherem Pflegebedarf eine reduzierte Mundgesundheit hochprävalent. Ziel dieser Studie war es durch ein interdisziplinär zahnmedizinisch-geriatrisches Mundgesundheitsscreening in der hausärztlichen Praxis geriatrischen Handlungsbedarf als möglichen Risikoindikator für eingeschränkte Mundgesundheit zu identifizieren.

Methode: Bei N=40 geriatrischen Patienten einer hausärztlichen Praxis (>70 Jahre) wurde das Mundgesundheitsscreening (Items Mundschleimhaut, Karies, Prothesenprobleme, Parodontitis, Mundgeruch, häusliche Mundhygiene sowie Mundtrockenheit) abgefragt. Zudem erfolgte die im Rahmen der allgemeinen Heilfürsorge durchgeführte Diagnostik, u.a. klinische Charakteristika, Medikamente, BMI, subjektive Mundgesundheit, Laborparameter, U-Stix und geriatrisches Assessment (Barthel-Index, Time up&go score, Daniels-Dysphagie Test). Zur Identifizierung von Risikoindikatoren und zur Beschreibung möglicher Assoziationen zwischen reduzierter Mundgesundheit und allgemeinmedizinisch-geriatrischen Parametern wurden logistische Regressionsanalysen sowie Korrelationstests (Spearman’s r) durchgeführt.

Ergebnisse: Die Ergebnisse des Mundgesundheitsscreenings durch den Hausarzt zeigen reduzierte Mundgesundheit bei den Studienteilnehmern (N=40) mit den am häufigsten abgebildeten Problemen bei Mundtrockenheit und Prothetischer Versorgung. Korrelationen (Spearman’s rho >=0.4 sowie p-values <=0.05) bestehen zwischen zahnmedizinischen Items und BMI, Handkraft rechts und links, Anzahl der eingenommenen Medikamente, Hämoglobin, Natrium-, Kalium- sowie Glucosewerten im Serum.

Schlussfolgerung: Es bestehen Assoziationen von allgemeinmedizinisch-geriatrischen Untersuchungsbefunden sowie den Items des Mundgesundheitsscreenings. Die in der hausärztlichen Praxis erhobenen Untersuchungsbefunde von ambulant betreuten Senioren können Risikoindikatoren für eine reduzierte Mundgesundheit sein, wobei der hier verwendete zahnmedizinische Screeningbogen ein Instrument für Hausärzte und Geriater sein kann, diese Mundgesundheitsprobleme zu identifizieren

15:30
A Systematic Review and New Classification of Listing Approaches to Improve Drug Treatment in Older Adults
P25 

F. Pazan, J. Kather, M. Wehling; Mannheim

Inappropriate pharmacotherapy threatens older adults, and listing tools have been developed to tackle this problem. Here, a systematic review was performed to identify and assess the existing tools. Moreover, a new classification was developed to separate patient-initiated listing approaches (PILA) providing disease-related positive and negative guidance from drug-oriented, mostly negative listing approaches (DOLA, DOLA+: with disease specification). In this work, 73 tools were detected, only 9 were categorized as PILA. Most tools originated from Europe or North America and were specifically developed for community-dwelling older adults. Over 30 used a Delphi process; 20 tools provided a questionnaire but no structured answers. In this study, only 12 interventional randomized clinical trials (RCT) were identified reporting on clinical endpoints (e.g. falls, hospitalization). For PILA, 4 RCT demonstrated positive clinical effects, one was negative in this regard, for DOLA(+) 1 was positive, 7 negative (p<0.05). This study reveals that an abundance of listing tools has been developed. DOLA(+) that may be applied without knowing the patient are much more common than PILA; their clinical validation appears to be significantly less successful than that of PILA. Drug treatment in older adults has to be personalized; clinical tools requiring intricate knowledge about the patient for their use are obviously preferable.

15:30
Der Einfluss einer multidimensionalen, akutgeriatrischen Behandlung auf die Prognose älterer, multimorbider Patienten auf internistischer Akutstation
P26 

F. Müller, L. Pickert, A. M. Meyer, I. Becker, A. Pilotto, T. Benzing, M. C. Polidori Nelles; Köln, Genova/I

Hintergrund: Ältere Patienten auf Akutstation - warum ist es sinnvoll geriatrisch zu intervenieren?

Ziel: Diese retrospektive Studie untersucht den Einfluss einer multidimensionalen, akutgeriatrischen Behandlung (MAB) auf die Prognose älterer, multimorbider Patienten auf internistischer Akutstation. Des Weiteren soll untersucht werden, ob bestimmte Rahmenbedinungen (z.B. Therapieanzahl, Länge der Behandlung) einen Effekt auf die MAB hatten.

Methodik: Insgesamt wurden 317 Patienten auf einer allgemein internistischen und nephrologischen Station der Uniklinik Köln retrospektiv in die Studie eingeschlossen. Zur Beurteilung des Effektes der MAB wurde das Patientenkollektiv, das die MAB erhielt (n=47), mit einem Patientenkollektiv, das keine zusätzliche Behandlung erhielt ("Standardbehandlung", SB; n=270), verglichen. Alle Patienten hatten auf Station ein Comprehensive Geriatric Assessment erhalten und bei allen Patienten war der MPI (Multidimensionaler Prognostischer Index) bei Aufnahme und bei Entlassung berechnet worden. Im Rahmen dieser retrospektiven Analyse wurden die MPI-Werte sowie die Werte der Subdomänen (ADL, IADL, ESS, MNA, CIRS, SPMSQ) bei Aufnahme und Entlassung sowie deren Differenz verglichen.

Die hier untersuchte MAB wurde beim DGG-Kongress 2017 als Pilotprojekt mit 22 Patienten vorgestellt (Meyer et al., MPI_InGAH).

Ergebnisse: Die Dauer der MAB variierte zwischen 2 und 37 Tagen, die Anzahl der Behandlungen pro Patient lag zwischen 3 und 26 Behandlungseinheiten.

Aufgeteilt nach den MPI Gruppen 1, 2 und 3 (wobei Gruppe 1 eine "gute" Prognose hat und Gruppe 3 eine "schlechtere"), konnten Unterschiede zwischen beiden Patientenkollektiven dargestellt werden. MPI Patienten der Gruppe 3 zeigten signifikante Verbesserungen im Score des ADL (p=0,029) als auch des IADL (p=0,035) im Vergleich zur SB-Gruppe. Bei MPI Gruppe 2 zeigte sich eine signifikante Besserung im ESS-Score (p=0,010) in der MAB-Patientengruppe.

Bei Untersuchung des Follow Ups nach 3, 6 und 12 Monaten profitierten am meisten die schwer kranken Patienten der MPI Gruppe 3, die in allen Follow Ups Tendenzen und im Follow Up nach 12 Monaten sogar ein signifikant besseres Überleben zeigten (p=0,045) als die SB-Vergleichsgruppe.

Zusammenfassung: Wir konnten zeigen, dass Patienten mit schlechter Prognose bei Aufnahme von der MAB im akutmedizinischen Setting signifikant profitieren konnten. Patienten mit besserer Prognose scheinen zunächst nicht von der MAB zu profitieren.

15:30
Einstellungen zu Menschen mit Demenz: Fragebogenvalidierung und Vergleich zwischen Deutschland und China
P27 

L. Zhu, A. Schall, V. A. Tesky-Ibeli, M. Paulitsch, J. Pantel; Frankfurt a. M.

Hintergrund: Weltweit sind fast 50 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt, jährlich kommen etwa 10 Millionen neue Fälle hinzu. Allein in China, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt (18,7% der Weltbevölkerung) leben derzeit ca. 9,8 Millionen Menschen mit Demenz, in Deutschland sind es gegenwärtig ca. 1,6 Millionen. Die Art der Einstellung und das Vorhandensein von möglichen Vorurteilen wirkt sich auf den Umgang mit dieser Patientengruppe im familiären und professionellen Setting aus. So können negative Einstellungen, z.B. aufgrund mangelnder Kenntnisse über die Erkrankung, zu einem Versorgungsdefizit seitens der Betroffenen führen. Die Folgen sind reduziertes Wohlbefinden und Lebensqualität sowohl der demenziell Erkrankten als auch deren Angehörigen. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, die kulturellen Unterschiede in einzelnen Ländern hinsichtlich der Einstellung gegenüber Menschen mit Demenz zu erforschen, um dadurch Versorgungskonzepte besser auf die Zielpopulationen anpassen zu können.

Methode: Um die Unterschiede in der Einstellung gegenüber Menschen mit Demenz in Deutschland und in China zu erfassen, wurde in einem ersten Schritt die bereits an diversen europäischen Stichproben validierte Dementia Attitudes Scale (DAS) für den chinesischen Sprachraum übersetzt und aufbereitet. Hierzu wurden in beiden Ländern Stichproben aus der Allgemeinbevölkerung (jeweils n = 50) sowie aus der Gruppe der professionell Pflegenden in Krankenhäusern (n_CN = 50; n_DE = 45) gezogen. Diese für den chinesischen Sprachraum validierte Version der DAS wird im Rahmen der Studie eingesetzt, um einen zukünftigen Vergleich mit anderen Ländern zu ermöglichen.

Ergebnisse: Die ersten Ergebnisse der Fragebogenvalidierung sowie des Vergleichs zwischen den Substichproben werden beim Kongress präsentiert.

Diskussion: Das erweiterte Wissen um die kulturellen Unterschiede in der Einstellung gegenüber Menschen mit Demenz kann helfen, die Gründe für Vorurteile oder negative Gefühle besser zu verstehen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, um Wohlbefinden und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Familien langfristig und kultursensibel zu verbessern.

15:30
Mehr als schöner Wohnen-das WohnLichtZimmer-Einfluss von räumlicher Gestaltung auf Menschen mit Demenz.
P28 

P. Lerner, M. Aumüller-Nguyen, B. Lerner; Neubiberg, Trostberg, Traunstein

Die Versorgung einer zunehmenden Anzahl hochbetagter Menschen mit der Nebendiagnose Demenz stellt das Krankenhaus vor eine große Aufgabe, wenn nicht sogar vor ein Problem. Neben der Fachlichkeit des Rehapersonals im Umgang mit Menschen mit Demenz (MmD) wird die Gestaltung der Umgebung im Krankenhaus für diese Patienten immer wichtiger. Jeder Ortswechsel aus der bekannten Umgebung stellt einen Stressfaktor für MmD dar. Die Forschungsfrage, die sich daraus ergibt ist, wie sich die räumliche Gestaltung der Patientenzimmer auf die empfundene Wohnqualität und auf das Wohlbefinden der Rehabilitanden auswirkt. In der geriatrischen Rehabilitation der Kreisklinik Trostberg wurden zwei Zimmer nach den Bedürfnissen von MmD umgebaut. Die WohnLichtZimmer (WLZ). Das Wortspiel umfasst die Begriffe wohnlich, Lichtzimmer und Wohnzimmer. Ziele sind die Gewährleistung des Gefühls der eigenen Kompetenz durch Orientierungshilfen (zeitlich, räumlich) und das Schaffen einer vertrauten wohnlichen Atmosphäre. Umgesetzt wird dies durch den Einsatz eines Farbkonzepts und circadianen Lampen. In der wissenschaftlichen Evaluation wurden 34 Patienten der geriatrischen Rehabilitation mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 20 Tagen in einem quasiexperiementellen Design untersucht, wurde mit einer validen und reliablen standardisierten Befragung als Messinstrument. In der Befragung wurden 17 Items für Wohlbefinden (CronbachsA=0,89) und 1 Items für die Wohnqualität erhoben. Bewertet wurde mit einer sieben Punkte-Likertskala von 1 (sehr schlecht/nie) bis 7 (sehr gut/immer). Zusätzlich wurde das Ergebnis des standardmäßig durchgeführten MMST ausgewertet. Die Wohnqualität im WLZ wurde mit einer hohen Effektstärke signifikant besser empfunden als im „konventionellen“ Zimmer. Das Wohlbefinden scheint allerdings nicht kausal mit der Zimmerart zu korrelieren. Zusätzlich fiel auf, dass die Klinik Patienten mit einem niedrigeren Wert im MMST eher in einem WLZ unterbringt. Nach der Durchführung einer Spearmen Korrelation wurde ein signifikanter positiver Zusammenhang von Wohlbefinden und Wohnqualität mit mittlerem Effekt festgestellt. (rs (31) = 0.365, p < 0.05). Deswegen wurde eine lineare Regression durchgeführt. Das Ergebnis war, dass sich die räumliche Gestaltung stark positiv auf die Wohnqualität und auch das Wohlbefinden sich positiv auf die Wohnqualität auswirkt.

15:30
Reliabilität der individuellen Patientenziele im QS-Reha-Verfahren der Gesetzlichen Krankenkassen für Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation
P29 

D. Broß, P. Roigk, P. Koczy, A. Dautel, C. Becker; Stuttgart

Hintergrund: Im Rahmen des überarbeiteten QS-Reha-Verfahrens für Einrichtungen der geriatrischen Rehabilitation stehen Patientenziele zur Beurteilung der Ergebnisqualität im Vordergrund. Hierbei werden spätestens am 3. Werktag nach Aufnahme, auf Grundlage der ICF, Ziele mit den Rehabilitanden erarbeitet (T1) und mittels der im QS-Reha-Verfahren vorgegebenen Systematik in Zielkategorien aufgeschlüsselt. Daraus werden Fragebögen generiert, anhand derer die Rehabilitanden direkt nach Zielerarbeitung sowie 2 Wochen nach Entlassung ihren jeweiligen Zustand einschätzen. Voraussetzung für die Beurteilung der Ergebnisqualität ist demnach die Stabilität der Patientenziele im Rehabilitationsverlauf. Dieses neu eingeführte Verfahren weckt erhebliche Zweifel an der Beachtung wichtiger Testgütekriterien. Im Rahmen einer Pilotstudie erfolgte daher die Untersuchung der Stabilität der Patientenziele während der Rehabilitationsphase.

Methodik: Die Datenerhebung fand zwischen Oktober und Dezember 2018 mittels Leitfadeninterviews bei N=27 Rehabilitanden statt. Im Vergleich zum QS-Reha-Prozess wurde die Zielerfassung neben dem vorgegebenen Zeitpunkt T1 zu Beginn der Woche 3 wiederholt (T2). Die an den ICF Domänen angelegten Reha-Zielkategorien der Ebene I (9 Oberkategorien) und der Ebene II (30 Unterkategorien) wurden dann mittels Frequenzanalyse im zeitlichen Verlauf miteinander verglichen.

Ergebnisse: Es konnten 28% der im Befragungszeitraum aufgenommenen Rehabilitanden eingeschlossen werden. Diese waren funktionell und kognitiv tendenziell weniger eingeschränkt und benötigten weniger Unterstützung bei der Selbstpflege als die anderen Patientengruppen. Die Abwesenheit von unterschriftsbevollmächtigten Angehörigen führte oft zum Ausschluss kognitiv eingeschränkter Rehabilitanden. 59% der befragten Rehabilitanden haben zum Zeitpunkt T2 angegeben, bisher kein Zielvereinbarungsgespräch geführt zu haben. Es kam zu einer Veränderung der Rehabilitationsziele in 7 Ober- und 26 Unterkategorien. Eine signifikante Veränderung in den Oberkategorien ergab sich bei den Zielen zur Selbstorganisation. Der zeitliche Aufwand für die Interviews (Durchführung, Vor- und Nachbereitung) betrug 2-3 Stunden pro befragten Rehabilitand.

Diskussion und Empfehlungen: Die Patientenziele waren nicht veränderungsstabil. Infolgedessen ist die Beurteilung der Ergebnisqualität der Rehabilitation auf Grundlage des angewendeten Verfahrens fraglich.

15:30
Interdisziplinäre altersmedizinische Forschung und Versorgung: 6 Jahre Theo und Friedl Schöller-Preis
P30 

E. Kaufmann, M. Gosch, F. Erbguth; Nürnberg

Wissenschaftliche Preise sind ein probates Mittel zur Forschungsförderung und Anerkennung der Leistung einzelner Forscher und Forschergruppen. Das Zentrum für Altersmedizin im Klinikum Nürnberg schreibt seit 2013 den Theo und Friedl Schöller-Preis für Alternsforschung aus.

Inhaltliche Schwerpunkte des Preises sind jährlich alternierend medizinische Forschung und Projekte aus Versorgung und Pflege, sowohl im ambulanten, teilstationären oder stationären Sektor. Aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und unterschiedlichsten Disziplinen (Medizin, Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften, Geistes-, Pflege-, Sozialwissenschaften, Gesundheitsökonomie) ist eine Bewerbung möglich.

Am Kongress werden die Ausschreibungsmodalitäten, der Prozess der Entscheidungsfindung, Fehlerquellen bei der Bewerbung sowie häufig gestellte Fragen vorgestellt.

Darüber hinaus werden die Preisträger der letzten fünf Jahre mit ihren Arbeiten präsentiert.

15:30
Quantitative Messung der Propriozeption beider Unterarme in jüngeren und älteren Probanden
P31 

C. Renner, B. Bunzel, L. Olischer; Bad Lausick

Fragestellung: Die Fähigkeit koordinierte und feinmotorische Bewegungen durchzuführen, korreliert mit der Fähigkeit sensible Qualitäten wahrzunehmen und zu interpretieren. Insbesondere die Propriozeption, die Wahrnehmung von Lage und Bewegung der Extremitäten im Raum ist für die Manipulation von Objekten und das sichere Stehen ohne visuelle Kontrolle notwendig. In der Literatur wird eine Reduktion der Propriozeption mit zunehmendem Alter beschrieben. Ziel dieser Querschnittsstudie war es, Propriozeption quantitativ zu messen und zwischen jüngeren und älteren neurologisch gesunden Probanden zu vergleichen.

Methode: Bei 76 Probanden wurde mit Hilfe einer Propriozeptionsmessplatte unter Ausschaltung der visuellen Kontrolle quantitativ gemessen, wie exakt sowohl das passive (der Unterarm wir durch den Untersucher nach Anweisung des Probanden in eine vorgegebene Stellung bewegt) als auch das aktive Bewegungsempfinden (der Proband bringt den Unterarm selbst in die vorgegebene Stellung) im Bereich beider Ellenbogengelenke ist und zwischen älteren (55-80 Jahre) und jüngeren Probanden (18-40 Jahre) verglichen. Des Weiteren wurde zwischen körpernaher und körperferner Ausgangsposition unterschieden

Ergebnisse: Insgesamt zeigte sich eine statistisch signifikant größere Propriozeptionsgenauigkeit für die körperferne im Vergleich zur körpernahen Ausgangsposition (p=0,001). Kein signifikanter Unterschied der propriozeptiven Wahrnehmung erwies sich zwischen dem passiven und aktiven Bewegungsempfinden (p=0,548), der Armseite (p=0,773) und zwischen älteren und jüngeren Probanden (p=0,899). Allerdings verzeichneten im Gruppenvergleich nur jüngere Probanden eine bessere Propriozeptionsgenauigkeit mit dem linken Arm als mit dem rechten Arm (p=0.021) und eine bessere Propriozeptionsgenauigkeit für die körperfernen Ausgangsstellungen (p=0,001).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Propriozeptionsgenauigkeit im Bereich beider Unterarme mit Hilfe einer Propriozeptionsmessplatte quantifizieren lässt. Insgesamt zeigen ältere neurologisch gesunde Probanden keinen größeren Gesamtfehler im aktiven oder passiven Bewegungsempfinden der beiden Unterarme im Vergleich zu den jüngeren Probanden. Jedoch sind bei den älteren Probanden keine Unterschiede zwischen beiden Armen oder beiden Ausgangsstellungen zu verzeichnen. Das könnte z.B. eine Reduktion bestimmter feinmotorischer oder koordinativer Fähigkeiten im Alter erklären.

15:30
Innovation oder Stagnation: Beschleunigungssensoren in der Geriatrie
P32 

N. Jähne-Raden, H. Gütschleg, M. Marschollek; Hannover

In der geriatrischen Medizin ist die Mobilisierung und Mobilhaltung von Patienten ein Kernbereich, ebenso wie die Sturzdetektion und -vermeidung. Beschleunigungssensoren (BS) als Teil intuitiv nutzbarer, komplexer Sensorsystem am und um den Körper geriatrischer Patienten können hierbei einen erheblichen Beitrag leisten.  Als Beispiele sei die Aktivitätserkennung [1] (z.B. für Demenz o. Depression) und die Gang-/Sturzanalyse [2], als Risiko- und Unfalldetektion, zu nennen. Doch können BS auch für hochspezialisierte Diagnostik eingesetzt werden (z.B. Ballistokardiografie) [3].

Im Zuge einer umfangreichen Literaturrecherche (PubMed u. IEEEXplore) wurde untersucht welche Themenbereiche sich bei der Nutzung von BS häufen, inwieweit geriatrische Patienten im Fokus stehen oder an Studien teilnehmen und wie die klinische Einbindung realisiert wurde.

Wir konnten 440 Artikel zur Thematik der BS in den Jahren 2008-2018 finden. Dabei nimmt die Anzahl mit den Jahren deutlich zu. Die häufigsten nicht-disjunkten Themenbereiche sind dabei die allgemeine Aktivitätserkennung (83%), Sturz- und Ganganalyse (12%) und Herz-Kreislaufdiagnostik (11 %). Betrachtet man die Geriatrie-Spezialisierung, können 53 Artikel ausgemacht werden, mit dem Fokus auf Aktivitäts- (66 %) und Sturzerkennung (49 %). Die tatsächliche Einbindung von älteren Probanden ist dabei selten. Von den ermittelten Arbeiten ist kein System im produktiven Einsatz. Nur in einer Arbeit haben sich die Autoren Gedanken um die klinische Einbindung gemacht.

Es zeigt sich, dass 13 % der ermittelten Artikel einen expliziten geriatrischen Bezug aufweisen, doch leider werden ältere Menschen nicht oft in die Entwicklung entsprechender Systeme eingebunden. Weiterhin beschränkt sich der Fokus auf Aktivitäts-, Sturz- und Ganguntersuchungen. Leider ist die Prämisse „from workbench to bed side“ nicht im Fokus der Forschenden. Dies muss sich ändern, wenn wir die Versorgung verbessern wollen.

 

[1] Silfee, et al. Objective measurement of physical activity outcomes in lifestyle interventions among adults: A systematic review. Prev Med Rep. 2018;11:74–80. doi:10.1016/j.pmedr.2018.05.003.

[2] Jarchi, et al.. A Review on Accelerometry-Based Gait Analysis and Emerging Clinical Applications. IEEE Rev Biomed Eng. 2018;11:177–94. doi:10.1109/RBME.2018.2807182.

[3] Inan, et al. Ballistocardiography and seismocardiography: a review of recent advances. IEEE J Biomed Health Inform. 2015;19:1414–27. doi:10.1109/JBHI.2014.2361732.

15:30
Rollatorführerschein – Ein Weg zu mehr Mobilität, Teilhabe und Lebensqualität im Alltag
P33 

L. Frintrup, U. Schlösser, K. Rogg, A. Boese; Bad Wünnenberg, Lippstadt

Hintergrund: Bei ca. 2/3 der neurologischen Patienten im subakuten Stadium ist initial die Mobilität gestört. Fast alle Patienten der Aatalklinik geben das Wiedererlernen des Gehens als ein Hauptziel für die Rehabilitation an. Vielfach stellt der Rollator ein geeignetes Hilfsmittel zur Erarbeitung der Mobilität dar. Der Rollator birgt zudem das Potenzial zur selbstbestimmten Fortbewegung im Alltag von Patienten mit Gangunsicherheit. Grundbedingung hierfür ist die sichere Handhabung des Rollators. Damit der Rollator nicht zu einem weiteren Sturzrisiko wird, sondern hilft Teilhabepotenziale freizusetzen, ist vor allem die personale Kompetenz zur sicheren Bedienung des Hilfsmittels entscheidend.

Fragestellung: Wie kann ein edukatives Therapieprogramm die theoretische Wissensvermittlung sowie das Anwendungs- und Erfahrungswissen zum Umgang mit dem Rollator als systematischen Bestandteil einer stationären Rehabilitation verbinden?

Methode: Konzipiert wurde das Therapieprogramm „Rollatorführerschein“. Grundlage hierfür waren die drei klassischen edukativen Methoden „Informieren“, „Schulen“ und „Beraten“, welche mit Elementen der Erprobung und Selbsterfahrung kombiniert wurden. Auf Basis des Lernens am Modell und des Erfahrungslernens wurde das edukative Konzept zum sicheren Umgang mit dem Rollator erarbeitet. Ein Bezug zu typischen Alltagssituationen mit dem Rollator ist obligatorisch.

Im Rahmen eines fünfstündigen Kurses erlernen die Patienten den sicheren Umgang mit dem Rollator. Theoretische Themen sind z.B. der Versorgungsweg und die Ausstattung eines Rollators. Gegenstand der Praxisstunden sind demgegenüber konkrete Alltagserprobungen, wie z.B. das Aufheben von Gegenständen oder das Herauf- und Herabsteigen von Bordsteinkanten. Der Kurs wird mit einer praktischen Prüfung abgeschlossen und die Patienten erhalten ein symbolisches Zertifikat, ihren „Rollatorführerschein“.

Ergebnisse / Ausblick: Im Rahmen des Therapieprogramms ist eine Konzeption gelungen, die theoretische Wissensvermittlung und die Erarbeitung von praktischen Kompetenzen vereinbart. Das Programm konnte ohne Mehraufwand in den bestehenden Rehabilitationsprozess der Aatalklinik integriert werden und wird von den Teilnehmern der bisherigen Durchgänge als durchweg positiv bewertet. Um die Wirksamkeit eines solchen Trainings zu überprüfen ist eine Studie zu überlegen, die den Einfluss auf das Sturzrisiko und das Teilhabeerleben der Patienten mit Rollatorführerschein objektiv abbildet.

15:30
Evaluation der posturalen Kontrolle, Sturzangst und Mobilität bei Rollatornutzern
P34 

A.-C. Hören, L. Schmidt, T. Laurentius, C. Bollheimer, J. Batista Junior; Aachen

Hintergrund: Veränderungen der Körperhaltung im Alter sind mit schlechterem Gleichgewicht und erhöhtem Sturzrisiko assoziiert¹. Bei Rollatornutzern kommt es infolge einer stärkeren Kyphosierung zu einer Verlagerung des Körperschwerpunkts nach vorne², woraus größere antero-posteriore Schwankungen resultieren³. Ziel dieser Studie war es, bei alten Menschen, die entweder einen Rollator benutzen oder nicht, Parameter zur Posturalkontrolle, Mobilität und Angst vor Stürzen zu vergleichen und zu evaluieren.

Methodik: 16 Rollatornutzer (RN) und 27 Nichtrollatornutzer (KG) im Alter ≥65 Jahre wurden in die Studie aufgenommen. Die Teilnehmer absolvierten je 3 Durchgänge à 30 Sekunden des Semi-Tandem-Standes (STS) auf einer Kraftmessplatte ohne Rollator. Zeitliche und räumliche Parameter der Verschiebung des Druckzentrums (COP) wurden berechnet. Verglichen wurden die dabei gemessene totale Verschiebung (TV), antero-posterioren Verschiebung (Va-p) und Geschwindigkeit der antero-posterioren Verschiebung (Ga-p). Ebenso wurden Mobilität mittels DEMMI und Sturzangst mittels FES-I gescort.

Ergebnisse: Bei der Analyse der Posturalkontrolle ergaben sich statistisch signifikante Unterschiede für TV (RN=122±34; KG=74.5±22;p=.003), Va-p (RN=4.8±1.6; KG=3.1±0.6; p= .014) und Ga-p (RN=1.1±0.4; KG=0.7±0.2; p= .014). Rollatornutzer zeigten dabei generell stärkere Einschränkungen der Mobilität (DEMMI: RN= 47.6±13; KG= 92.2±10.1; p=.000) und eine größere Sturzangst (FES-I: RN=31±10.6; KG= 18±1.9; p=.000).

Fazit: Rollatornutzer haben eine geringere Posturalstabilität, wenn sie ohne Hilfsmittel stehen. Außerdem haben Rollatornutzer mehr Angst vor Stürzen und weniger Mobilitätspotenzial.

 

1.Woodhull-McNeal, AP (1992). Changes in posture and balance with age. Aging, 4(3), 219-225.

2.van Riel KM, Hartholt KA, Panneman MJ, Patka P, van Beeck EF, van der Cammen TJ (2014). Four-wheeled walker related injuries in older adults in the Netherlands. Inj Prev. 20(1):11-5.

3.Vergara ME, O'Shea FD, Inman RD, Gage WH (2012) Postural control is altered in patients with ankylosing spondylitis. Clin Biomech. 27(4), 334-40

15:30
Ganganalyse mittels smartem Rollator: Eine Validierungsstudie bei älteren Personen mit Mobilitätseinschränkungen
P35 

C. Werner, G. Chalvatzaki, X. S. Papageorgiou, C. S. Tzafestas, J. M. Bauer, K. Hauer; Heidelberg, Athens/GR, Athen/GR

Hintergrund: Smarte Rollatoren (SR) mit eingebautem Ganganalysesystem haben das Potential zur kontinuierlichen und unaufdringlichen Erfassung der Gangleistung ihrer Nutzer. Bisherige Validierungsstudien dieser Systeme weisen jedoch methodische Mängel auf (kleine Stichproben, Teilnehmer nicht repräsentativ für die Nutzergruppe des SR, fehlender Vergleich mit Goldstandards, fehlende statistische Analysen). Ziel dieser Studie ist die Überprüfung der konkurrenten Validität eines Ganganalysesystems integriert in einen SR mittels des GAITRite®-Systems bei potentiellen Endnutzern.

Methodik: Insgesamt 25 ältere Personen (≥65 Jahre) mit Mobilitätseinschränkungen (Rollator-Verwendung im Alltag und/oder habituelle Ganggeschwindigkeit <0.6 m/s) und ohne schweren kognitiven Beeinträchtigungen (Mini-Mental State Examination ≥17) absolvierten unter Verwendung des SR eine mit dem GAITRite®-System ausgestattete 7.8 m-Gehstrecke. Zeitliche (Schreit-, Schwung- und Standzeit) und raumbezogene Gangparameter (Schreitlänge, Ganggeschwindigkeit) wurden dabei gleichzeitig mit dem Ganganalysesystem des SR und dem GAITRite®-System erfasst. Die konkurrente Validität wurde mittels der Bland-Altman-Methode, prozentualen Fehlern (akzeptabel <30%) und Intra-Klassen-Korrelationskoeffizienten für die Konsistenz (ICC3,1) und absolute Übereinstimmung (ICC2,1) bewertet.

Ergebnisse: Die mittleren Differenzen zwischen den Messmethoden lagen für die Schreit-, Schwung- und Standzeit zwischen -0.04 und 0.04 s mit akzeptablen prozentualen Fehlern (8.7-23.0%). Für die Schreitlänge und die Ganggeschwindigkeit zeigten sich höhere Differenzen (0.20±0.11 m; 0.19±0.13 m/s) mit nicht akzeptablen prozentualen Fehlern (31.3-42.3%). Die Übereinstimmungsgrenzen waren deutlich schmaler für die zeitlichen als für die raumbezogenen Parameter. Alle Parameter zeigten eine gute bis exzellente Konsistenz (ICC3,1=0.72-0.97). Die absolute Übereinstimmung war ebenfalls gut bis exzellent für alle zeitlichen Parameter (ICC2,1=0.72-0.97), jedoch nur gering bis mittelmäßig für die raumbezogenen Parameter (ICC2,1=0.37-0.52).

Schlussfolgerung: Das integrierte Ganganalysesystem des SR weist für die Messung zeitlicher Gangparameter von potentiellen Endnutzern eine gute konkurrente Validität mit dem GAITRite®-System auf, nicht jedoch für die raumbezogenen Gangparameter. Die Schreitänge und Ganggeschwindigkeit können zwar auch mit hohen Konsistenz gemessen werden, aber lediglich mit einer begrenzten absoluten Genauigkeit.

15:30
FRAIL – Frail Assessment in Daily Living Erkennung von Sturzereignissen und Monitoring der körperlichen Aktivität bei älteren Menschen in gebrechlichem oder vorgebrechlichem Gesundheitszustand
P36 

S. Schmidle, E. Salazar López, J. Hermsdörfer; München

Fragestellung: Mit zunehmendem Anteil älterer Erwachsener an der Bevölkerung steigt nicht nur die Häufigkeit für Funktionseinschränkungen, sondern auch die Prävalenz von Stürzen. Dabei gelten gebrechliche Personen besonders sturzgefährdet. Werkzeuge zur Diagnostizierung berücksichtigen in der Regel Faktoren wie Gewichtsverlust, selbstberichtete Erschöpfung, Schwäche, langsame Gehgeschwindigkeit und geringe körperliche Aktivität. Ein Screening dieser Faktoren ist zeitaufwändig und in der Grundversorgung schwierig anzuwenden. Im Falle eines Sturzereignisses können die Auswirkungen variieren. Je länger ältere Menschen am Boden liegen, desto schwerwiegendere Folgen entstehen. Es existieren bereits diverse Notfallsysteme, jedoch ist vor allem die Sensitivität der automatischen Sturzerkennung gering einzustufen. Des Weiteren existieren bislang wenig Daten zu möglichen Zusammenhängen von Bewegungsindikatoren und Gebrechlichkeit.

Das primäre Ziel dieser Studie ist es, einen bereits existierenden Algorithmus zur Sturzerkennung gebrechlicher Personen durch reale Daten zu optimieren. Das sekundäre Ziel ist der Vergleich der Gebrechlichkeitseinstufung mit den Bewegungsindikatoren der Smartwatch.

Methode: In dem EU Projekt (FRAIL) soll eine Stichprobengröße von n = 150 Personen erhoben werden (Alter: 65 + Jahre). Die Messdauert pro Person beträgt drei Wochen. Hierbei tragen die Probanden eine Smartwatch, die durch die integrierten Sensoren (Herzfrequenzsensor, Barometer, Beschleunigungssensor) mögliche Stürze erkennen und körperliche Aktivität aufzeichnen soll. Dieser Algorithmus ist in der kommerziell erhältlichen LOLA-App eingebettet und wird mittels HUAWEI Smartwatch 4G verwendet. Zu Beginn und am Ende der Messperiode werden personenbezogene Gesundheitsdaten anhand eines Anamnese- und Evaluationsbogens erhoben. Sturzereignisse werden durch qualitative Informationen in Form eines Sturztagebuchs ergänzt.

Ergebnisse: Durch die Analyse der in dieser Studie gesammelten Daten zu kontinuierlicher Beschleunigung und realem Fall erwarten wir: a) die Leistung des aktuellen Algorithmus zu verbessern, indem wir die bisherige Sensibilität erhöhen (>90%) und die Fehlalarmrate verringern (<3 Fehlalarme / Monat) und b) Korrelationen zwischen den Bewegungsindikatoren und dem Gebrechlichkeitsstatus.

Schlussfolgerung: Durch die Optimierung der Sturzerkennung kann der Sicherheitsstatus einer Person sowohl innerhalb des Hauses als auch außerhalb erheblich verbessert werden.

15:30
Eine rätselhafte Sturzursache
P37 

J. Trabert, G. Schütze, S. Schütze, R. Püllen; Frankfurt a. M.

Wir präsentieren den Fall einer Patientin mit choreatischer Bewegungsstörung im rechten Bein als Sturzursache.

Die 76 jährige Patientin imponiert im Rahmen einer Sturzabklärung mit einer Bewegungsstörung im rechten Fuß. Sie berichtet dass diese vor etwa 6 Monaten aufgetreten sei und dann zugenommen habe. Bewegung sei spontan, nicht kontrollierbar und hindere sie deutlich in der Mobilität. Weitere Symptome habe sie nicht bemerkt.

An Vorerkrankungen ist ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ II bekannt, die Insulintherapie wurde eigenständig vor einigen Monaten beendet. 2008 wurde ein Aneurysma-OP rechtsfrontal durchgeführt. Eine weitere relevante Dauermedikation besteht nicht.

In der klinisch-neurologischen Untersuchung zeigen sich langsam-schraubende, choreatiforme Dys- und Hyperkinesien des rechten Beines mit deutlich distaler Betonung. Die Bewegungen sind nicht ablenkbar. Ansonsten besteht ein gänzlich unauffälliger neurologischer Befund.

Bei Aufnahme liegt der HbA1c bei 14,4%, der Blutzucker bei 418 mg/dl, bei ansonsten unauffälligem Labor.

Im MRT Schädel zeigt sich eine fokale Signalsteigerung im linken Striatum unter T1-Wichtung mit korrelierendem Signalabfall in der T2 Sequenz. Eine Kontrastmittelanreicherung besteht nicht.

Bei einem HbA1c von 14,4% unter abgesetzter Insulintherapie, nicht-ketotischen Hyperglykämien und beschriebenen, charakteristischen radiologischen Befunden, gehen wir von einem Chorea, Hyperglykämie, Basalganglien Syndrom (C-H-BG) aus.

C-H-BG ist gekennzeichnet durch unilaterale choreatiforme Bewegungsstörungen bei dysfunktionalem kontralateralen Striatum. Der genaue Pathomechanismus ist nicht bekannt, postuliert wird eine Hyperglykämie-bedingte Störung der Autoregulation und der Blut-Hirn-Schranke.

Differentialdiagnostisch muss an eine in den Basalganglien lokalisierte Raumforderung, eine Ischämie oder Blutung, entzündliche Ursachen oder Morbus Wilson gedacht werden,

Die Therapie besteht in der konsequenten Blutzuckerkontrolle. Die klinischen sowie bildgebenden Befunde sind hierunter grundsätzlich reversibel.

Ein Follow-Up war leider bei fehlender Erreichbarkeit der Patientin nicht möglich.

Fazit: Bei choreatiformen Bewegungsstörungen sollte an eine metabolische Ursache gedacht werden, insbesondere aufgrund der Reversibilität bei C-H-BG Syndrom.

15:30
Bridging the Care Canyon – Geriatrisches Case Management als koordinierte Versorgungslösung für Patienten mit osteoporotischen Frakturen?
P38 

C. Kurscheid, N. Noe, N. Balke, W. Hentrich, G. Kolb; Köln, Monheim, Lingen

In Deutschland leiden rund 5 Mio. Menschen an der Volkskrankheit Osteoporose, davon ca. 4 Mio. Frauen und 1 Mio. Männer1. Die Versorgungssituation ist dabei äußerst dramatisch: selbst nach multiplen Knochenschwundfrakturen, liegen die Diagnose- und Behandlungsraten auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Die Behandlungslücke wird auf ca. 80% geschätzt1.

Die erwartete Zunahme an osteoporotischen Frakturen, die im schlimmsten Fall die Pflegebedürftigkeit oder sogar den Tod des Patienten bedeuten können, fordern aus ethischer und gesundheitsökonomischer Sicht dringend Handlungsbedarf. Um Knochenbrüche und deren Folgen zu vermeiden, muss die Erkrankung möglichst früh erkannt und behandelt werden.

Lösungen der koordinierten Versorgung können den strukturierten Übergang der betroffenen Fraktur-Patienten vom Krankenhaus in den ambulanten Sektor ermöglichen, um dort eine Diagnose und Behandlung einzuleiten. Das Case Management ist eine neue sehr vielversprechende Versorgungsform zur optimierten Patientensteuerung im Sinne einer strukturierten Versorgung.

Wir analysieren unterschiedliche Formen des Case Managements – das international verbreitete Konzept des Fracture Liaison Service mit Koordinatoren in Krankenhäusern2, nationale interdisziplinär-stationäre Ansätze wie „atz®-Alterstraumatologische Zentren3 sowie regionale Lösungen im ambulanten Bereich: zertifizierte Arztnetze gestalten die Patientenversorgung bereits heute interdisziplinär und sektorübergreifend. Viele haben sich auf die Versorgung chronisch kranker und geriatrischer Patienten fokussiert und starten erste Piloten mit geriatrischen Case Managern.

Wir möchten das Bewusstsein für die Osteoporose stärken und die Erkrankung in bestehende regionale Versorgungslösungen integrieren. Durch eine strukturierte Identifizierung, die Sicherstellung der Diagnose und Behandlung sowie die langfristige Begleitung der Patienten, kann die bestehende Versorgungslücke effektiv geschlossen werden.

 

Quellenangaben:

¹ Svedbom et al. 2013, Epidemiology and Economic Burden of Osteporosis in Germany, Arch Osteoporos (2013) 8:137

² IOF CSA Fracture Working Group, Coordinator-based systems for secondary prevention in fragility fracture patients, Osteoporos Int. 2011 Jul;22(7):2051-65.

³ "atz® – Alterstraumatologische Zentren“ ist eine Initiative zur Sicherung und Förderung der Versorgungsqualität alterstraumatologischer Patienten in der stationären Versorgung https://www.bv-geriatrie.de/qualitaet/atz/leitgedanken.html (abgerufen am 9.4.2019)

 

Dokumentennummer: DE-N-DA-PF-1900043

15:30
Psychometrische Eigenschaften der deutschen Version des Fear-of-Falling-Questionnaire-revised (FFQ-R) bei älteren Menschen nach Hüft- oder Beckenfraktur
P39 

A. Dautel, M. Groß, R. Pomiersky, T. Eckert, K. Hauer, M. Schäufele, G. Büchele, C. Becker, K. Pfeiffer; Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Ulm

Hintergrund: Nach einem Sturzereignis mit Frakturfolge führt übermäßige Angst vor weiteren Stürzen häufig zu einem Angst-Vermeidungsverhalten. Dies erhöht das Risiko einer verzögerten oder unvollständigen Wiederherstellung von Mobilität und Selbständigkeit. Die Beurteilung betroffener Personen mittels valider Instrumente ist daher von großer Bedeutung, um bei einer Auffälligkeit adäquate Therapieformen ergänzen zu können. Ziel dieser Analyse war die erstmalige Validierung einer deutschsprachigen Version des 6-item Fear of Falling Questionnaire-revised (FFQ-R).

Methode: Für dieses Querschnittdesign wurden Baselinedaten aus einer Interventionsstudie (n=112) sowie einer parallel durchgeführten Zusatzerhebung (n=40) generiert. Die Stichprobe bestand aus Hüft- /Beckenfrakturpatienten während der stationären Rehabilitation (Alter: 84,3 ± 6.2). Die englische Version des FFQ-R wurde per Vorwärts-Rückwärts-Verfahren übersetzt. Die statistische Analyse umfasste die Beurteilung von interner Struktur und Konstruktvalidität. Mittels explorativer Faktorenanalyse wurden die Daten im Hinblick auf die operationalisierten affektiven und kognitiven psychologischen Dimensionen der Sturzangst untersucht (1. Maß an Bedrohung, 2. katastrophisierende Gedanken).

Ergebnisse: Die interne Konsistenz lag bei .78 (Cronbach’s α). Es traten keine Decken- und Bodeneffekte auf. Die Trennschärfe auf Itemebene war moderat bis gut (r = .43 bis .65). Die Faktorenanalyse ergab ein Muster ohne Querladungen mit einem dominanten Faktor (Aufklärung Gesamtvarianz Faktoren 1/ 2 = 40.3/ 6,5 %). Es bestand eine moderate positive Korrelation mit der Kurzversion der Falls Efficacy Scale (r = .51). Items, mit denen befürchtete Folgen im Kontext von Stürzen oder Situationen mit Sturzrisiko mittels „Wenn-dann-Formulierungen“ erfragt wurden, wiesen eine beachtenswerte Anzahl fehlender Werte auf (≥1 bei 14% der Teilnehmer).

Schlussfolgerung: Der vielversprechende Ansatz des FFQ-R liegt in der Operationalisierung zweier wichtiger psychologischer Konstrukte der (Sturz-)Angst und der Möglichkeit, Angst vor einem Sturz differenzierter erfassen zu können als über die Single-Item-Frage. Diese erste Analyse ergab mit der englischen Version vergleichbare moderate bis gute psychometrische Eigenschaften bei meist hochaltrigen Frakturpatienten im stationären Rehasetting. Um der Problematik eher schwer bearbeitbarer Items zu begegnen, wird eine Anpassung der Item-Formulierung und Antwortskalierung empfohlen.

15:30
Verbesserung der physischen und psychischen Lebensqualität nach multidisziplinärer geriatrischer Rehabilitation
P40 

M. Görnig, C. Knape, A. Teubner; Weißenfels, Zwickau

Einleitung: Ein wesentliches Ziel von geriatrischer Behandlung ist die Verbesserung von Lebensqualität. Nach Motel-Klingebiel umfasst objektive Lebensqualität die innere Bewertung aller Lebensbedingungen, die von außen Einfluss nehmen können. Diese können mittels strukturierter Fragebögen erfasst werden.

Material und Methode: Bei 138 Rehabilitanden aus der geriatrischen Rehabilitationsklinik Dresden Löbtau (mittleres Alter 82 Jahre, 96 weiblich) wurden zusätzlich zu den geriatrischen Assessments die Lebensqualität (SF-36 Fragebogen) zu Beginn und Ende der Maßnahme bestimmt. Die statistische Auswertung umfasst Mittelwertanalyse sowie multiple lineare Regression (SPSS 24).

Ergebnisse: Mobilität, Kognition und Selbsthilfestatus zeigten bei Entlassung signifikante Verbesserung (p≤0,05). Es besteht jedoch bei über 35% weiterhin eine erhöhte Sturzgefahr. Im Vergleich zur deutschen Normstichprobe des SF-36 von 1994 (100%) stieg die körperliche deutlich von 50,12 auf 86,80% und die psychische Lebensqualität von 79,32 auf 91,33%. Schmerzerleben hatte den größten Einfluss auf die körperliche Lebensqualität. Gang, Gleichgewicht und depressive Symptomatik waren signifikante Einflussfaktoren auf psychische Lebensqualität.

Diskussion: Zielgerichtete Bewegungstherapie zur Verbesserung von Mobilität und Kraft fördert eine selbstständigere Lebensweise. Psychologische Begleitung wirkt sich positiv auf die Krankheitsverarbeitung aus. Dies spiegelt sich in der Verbesserung von körperlicher und psychischer Lebensqualität wieder.

Fazit: Durch den multiprofessionellen Ansatz kommt es nach geriatrischer Rehabilitation zu einer messbaren Verbesserung von körperlicher und psychischer Lebensqualität.

15:30
Zur Versorgungs- und Lebenssituation von Trans-, Inter-, und Homosexuellen im Alter
P41 

K.-D. Neander; Hamburg

Die LGBIT Thematik ist auch in der bundesdeutschen Gesellschaft angekommen und nicht unumstritten. Unabhängig der wissenschaftstheoretischen Diskussionen (z.B. Butler 1991, Rauchfleisch 2006, Mildenberg et al 2014, Laufenberg 2014, Hirschauer 1993, Wetterer 1995, Neander 2014) und der emotional-aufgeheizten Debatten (Kelle 2015) sind Menschen aus dem LGBIT-Kontext in der medizinisch-pflegerischen Versorgung präsent und stellen die Behandelnden vor neue Herausforderungen, auf die sie häufig nicht vorbereitet sind.

LGBIT-Klient_innen haben nicht nur mit der Tatsache zu kämpfen, dass viele Behandler_innen ihnen bestenfalls hilflos, häufig auch ablehnend gegenüberstehen, sondern dass sie, sofern sie in Seniorenheime einziehen oder durch ambulante Pflegedienste betreut werden müssen, die wenig wertschätzende, ablehnende und teilweise auch gewalttätige Reaktion "hautnah" erleben. Zu der Diskriminierung auf Grund der Zugehörigkeit dieser Minderheit kommt dann noch die allseits beklagte Altersdiskriminierung hinzu, die sich durch die häufig prekäre finanzielle und soziale Situation der Klient_innen verstärkt.

Aus der Beratungspraxis von Transidenten und aus der praktischen Tätigkeit in der ambulanten Pflege werden die Probleme dargestellt, die viele der Klient_innen im Kontakt mit Mitarbeitenden aus den "professionellen Gesundheitsberufen" immer wieder haben und es werden die Forderungen benannt, die die Klient_innen an diese Berufsgruppe formulieren.

15:30
Patientenorientierung aus der Sicht multimorbider Älterer: Was sagen die Betroffenen?
P42 

M. Glattacker, M. Kanat, L. Kivelitz, J. Dirmaier, B. Heimbach, S. Voigt-Radloff, J. Schäfer; Freiburg, Hamburg

Hintergrund: Patientenorientierung (PO) ist gesundheitspolitisch und klinisch ein hochrelevantes Konstrukt, wobei multimorbide ältere Patienten aufgrund häufig komplexer Problemlagen eine vorrangige Zielgruppe für patientenorientierte Maßnahmen darstellen.

Auf Basis des zielgruppenübergreifenden „Integrativen Modells zur PO“ mit 15 Dimensionen (Scholl et al., 2014) soll literaturbasiert sowie mittels einer Experten- und Patientenbefragung ein zielgruppenspezifisches Modell der PO für multimorbide Ältere entwickelt werden, um durch die konzeptionelle Anpassung des Modells an die Zielgruppe die Umsetzung der PO in der geriatrischen Versorgung zu unterstützen.

Im vorliegenden Beitrag wird das Konstrukt „PO“ aus Betroffenensicht vorgestellt.

Methode: Es wurden vier leitfadengestützte Fokusgruppeninterviews mit N=20 Patienten (mind. 2 diagnostizierte chronische Erkrankungen; Alter: M=76,8 Jahre, SD=5,1; N=7 Frauen) durchgeführt. Leitfragen dabei waren generelle Vorstellungen zur PO sowie Vorstellungen zu Besonderheiten der PO bei Älteren und multimorbid Erkrankten. Die Auswertungsmethodik basierte auf einer strukturierenden Inhaltsanalyse.

Ergebnisse: Die Fokusgruppenergebnisse validierten sämtliche Dimensionen des zielgruppenübergreifenden Modells der PO. Inhaltlich wurden die Dimensionen durch die Aussagen der Betroffenen jedoch zielgruppenspezifisch erweitert. Dabei wurde z.B. die Dimension „Individuelle Versorgungsbedürfnisse“ durch eine erhöhte wahrgenommene Vulnerabilität etwa durch zunehmende Abhängigkeit oder Polymedikation spezifiziert. In der Dimension „Biopsychosoziale Perspektive“ wurde der soziale Faktor Einsamkeit und ein damit assoziiertes Depressionsrisiko thematisiert. In der Dimension „Arzt-Patienten-Kommunikation“ fokussierten die Befragten auf zielgruppenspezifische Kommunikationsbedürfnisse (Patientenaussage: „Der ältere Mensch braucht mehr Verständnis […] er braucht einen, der ihm zuhört […]“).

Im eingereichten Beitrag werden die zielgruppenspezifischen Inhalte der Dimensionen der PO vorgestellt und mittels beispielhafter Patientenaussagen illustriert.

Diskussion: Multimorbide Ältere haben ein breit gefächertes Verständnis von PO, welches sich weitgehend mit Definitionen von PO in der Literatur deckt. Durch die zielgruppenspezifischen Ergänzungen werden Bedürfnisse und Erwartungen multimorbider Älterer an eine patientenorientierte Versorgung deutlich, die sowohl klinische als auch forschungsbezogene Implikationen haben.

15:30
Demenzdiagnostik und -versorgung als Herausforderung für die Hausarztmedizin – Ergebnisse einer Befragung von rheinland-pfälzischen Hausärzten
P43 

J. Wangler, M. Jansky; Mainz

Hintergrund/Fragestellung: Immer wieder wird die hausärztliche Versorgung dafür kritisiert, dass sie bei der rechtzeitigen Erkennung von Demenzerkrankungen nicht effektiv genug sei. Obwohl Studien vermuten lassen, dass unter Allgemeinmedizinern verschiedene Vorbehalte in Bezug auf die Demenzdiagnostik bestehen, wurden die Ursachen hierfür bislang kaum untersucht. Die vorzustellende Befragung beleuchtet Einstellungen und Strategien von Hausärzten in Bezug auf die Demenzdiagnostik, arbeitet verbreitete Schwierigkeiten im Praxisalltag heraus und leitet Ansatzpunkte für eine Verbesserung ab.

Methodik: Mittels schriftlicher Befragung, die auf Basis einer separaten Interview-Vorstudie fundiert, wurden zwischen November 2017 und Februar 2018 insgesamt 425 Hausärzte in Rheinland-Pfalz befragt.

Ergebnisse: Jeder fünfte Befragte hat sich aus der Demenzdiagnostik zurückgezogen und delegiert Demenzpatienten frühzeitig an die Facharztebene. Aus den Ergebnissen lassen sich verschiedene Einstellungsmuster und Problematiken verdichten, die der Effektivität der hausärztlichen Demenzversorgung entgegenstehen: 1) Geringe subjektive Wirksamkeitswahrnehmung beim Krankheitsbild Demenz, 2) Differenzialdiagnostische Abklärung als Hürde, 3) Schwierigkeiten bei der Arzt-Patient-Kommunikation, 4) Mangelnde Honorierung, 5) Geringe Einbeziehung des Praxispersonals, 6) Negativere Einstellungen zur Demenzdiagnostik durch Fehlen geriatrischer Weiterbildung, 7) Begrenzte Zusammenarbeit mit und Kenntnis von regionalen Beratungs- und Versorgungsangeboten.    

Diskussion: Mehrere Ansatzpunkte lassen sich ableiten, um die hausarztbasierte Demenzversorgung zu optimieren: 1) Verstärktes Bewusstsein für Handlungsoptionen jenseits therapeutischer Interventionen, 2) Differenzialdiagnostik und Behandlungspfade, 3) Arzt-Patient-Kommunikation sowie 4) Honorierung und Anreize, 5) Involvierung des Praxispersonals, 6) Höhere Sensitivität durch geriatrische Weiterbildung, 7) Kooperation mit Beratungs- und Versorgungsnetzwerken.

15:30
Qualität in der geriatrischen Langzeitbetreuung – Einsatz von evidenzbasiertem Arbeiten als Methode für ein gesamtes Unternehmen
P44 

A. Binder; Wien/A

Fragestellung: Zur Reflexion und Weiterentwicklung der Qualität der eigenen Praxis sowie zur Begründung gegenüber Kostenträgern und Klient*innen bedarf es einer regelmäßigen Evaluierung anhand von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Um Mitarbeiter*innen in diesem Prozess zu unterstützen, wurde folgende Fragestellung entwickelt:

Wie kann evidenzbasiertes Arbeiten in der Betreuung von geriatrischen Klient*innen als Maßnahme zur Qualitätssicherung für einen unternehmensweiten Einsatz in einer Langzeiteinrichtung eingesetzt werden?

Methode: Ein nach dem Plan-Do-Check-Act-Zyklus formulierter Prozess wurde zur Umsetzung von evidenzbasiertem Arbeiten in der Betreuung angewendet. Die Evaluierung wurde mittels Fachbesuchen und interdisziplinärem Austausch in den operativen Bereichen des Unternehmens durchgeführt.

Ergebnisse: In der Umsetzung zeigte sich vor allem, dass die Miteinbeziehung von operativ tätigen Mitarbeiter*innen sowie deren Führungskräften essentiell ist. Die Kombination aus deren Themen, aktuellen gesellschaftlichen bzw. gesetzlichen Rahmenbedingungen und unternehmensinternen Entwicklungen, dienten als Basis für die Erstellung adäquater Fragestellungen im Prozess des evidenzbasierten Arbeitens.

Schlussfolgerung: Ein unternehmensweiter Einsatz von evidenzbasiertem Arbeiten mit geriatrischen Klient*innen erscheint als eine mögliche Methode der Qualitätssicherung in der Betreuung. Zusätzlich könnten die hierbei gewonnenen Erkenntnisse zu einer erhöhten Wertschätzung der täglichen Praxis von Mitarbeiter*innen in der Langzeitbetreuung von geriatrischen Klient*innen beitragen. Um dies zu untersuchen und die Erfahrungen von Mitarbeiter*innen zu erheben, ist ein qualitatives Projekt in Planung.

15:30
Entwicklung eines innovativen eHealth Systems zur umfassenden Qualitätssicherung und Therapieunterstützung in österreichischen Einrichtungen der Akutgeriatrie und Remobilisation – Vorstellung eines nutzerzentrierten Entwicklungsprozesses
P45 

K. Donsa, P. Stampfer, T. Truskaller, J. Kopanz, C. König, K. Lichtenegger, P. Mrak, G. Pinter, W. Schippinger, F. Sinner; Graz/A, Voitsberg/A, Klagenfurt/A

Zu spät oder gar nicht durchgeführte Überweisungen von Patienten an Einrichtungen der Akutgeriatrie/Remobilisation (AG/R) können negative Folgen für die Patienten haben. Schon beim Erstkontakt bei der Versorgung akut kranker, geriatrischer Hochrisikopatienten ist daher eine effektive Entscheidungs- und Prozessunterstützung empfehlenswert.

Seit mehr als 10 Jahren wird das ‚Benchmarking and Reporting System‘ (BARS) in der österreichischen Geriatrie kontinuierlich von den teilnehmenden AG/Rs zur Strukturierung geriatrischer Assessments und zum offenen Benchmarking eingesetzt. Aufgrund von Problemen mit der Wartbarkeit der veralteten Software-Komponenten erfährt das System seit September 2018 eine Neuentwicklung. Dabei erfolgt sowohl eine technologische Verjüngung des Systems, als auch eine konzeptionelle Neuentwicklung als Medizinprodukt. Die perspektivische Neuentwicklung als klinisches Entscheidungsunterstützungssystem ermöglicht durch die Integration eines ‚Leitsystems‘ außerhalb der AG/R (z.B. in Notaufnahmen) ein schnelles initiales Assessment, um Patienten zu identifizieren, welche von einer spezialisierten geriatrischen Behandlung profitieren. Ein ‚Therapie & Monitoring-System‘ ermöglicht die Dokumentation geriatrischer Assessments, Überwachung der individuellen Zielerreichung und die Vorbereitung des Entlassungsmanagements.

Der nutzerzentrierte Entwicklungsprozess (basierend auf ISO 9241) umfasst dabei eine Erhebung der Anforderungen in Form von strukturierten Literaturrecherchen, Online-Fragebögen, Fokusgruppengesprächen, Feldbeobachtungen und Kontextinterviews. Die Aussendung der Fragebögen erfolgte an 40 Teilnehmer des bisherigen Benchmarking Systems mit einer Rücklaufquote von 42,5% (Fragebogen an Leitung) bzw. 17,5% (Fragebogen an IKT). Die interdisziplinären Fokusgruppengespräche wurden im Rahmen von Workshops mit allen beteiligten Berufsgruppen (Ärzte, Pflege, Therapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter und IKT-Verantwortliche) in unterschiedlichen hierarchischen Ebenen in drei österreichischen AG/Rs durchgeführt. Weitere Anforderungen werden noch bis Juni 2019 gesammelt.

Das bisher erhaltene Feedback aus den Fragebögen und Erhebungen zeigt, dass die größten Herausforderungen die Zuweisung von Patienten zur AG/R sowie die Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen und Einrichtungen betreffen. Anwender erwarten sich durch die Neuentwicklung vor allem eine Arbeitserleichterung durch Reduktion des derzeitigen mehrfachen Dokumentationsaufwands.

15:30
Präferenzen älterer Patienten in der Akutgeriatrie mit terminaler Grunderkrankung hinsichtlich der palliativen Unterstutzungsstruktur
P46 

J. Stephan, H. Burkhardt; Mannheim

Hintergrund: Die Ausgestaltung der Unterstützung und Behandlung chronisch kranker älterer Menschen in der letzten Lebensphase ist Gegenstand aktueller Diskussionen. Dies betrifft Insbesondere die Einbindung ausgewiesener palliativer Expertise. Die Präferenzen der betroffenen Patienten ist dabei von zentraler Bedeutung aber aktuell nicht vollständig geklärt aber von Bedeutung, wenn an der Schnittstelle Entlassung aus dem Akutkrankenhaus Versorgungsbedarfe organisiert und beraten werden sollen.

Methoden: Patienten, die stationär in eine aktgeriatrische Behandlung aufgenommen wurden und deren verbleibende Lebenszeit anhand eines prognostischen Algorithmus auf 6 Monate und weniger prognostisch eingeschätzt wurde, wurden hinsichtlich ihrer Präferenzen bezüglich der weiteren Betreuung befragt. Dazu wurden Vignetten vorgelegt, die folgende Attribute darstellten: Stationäre vs. Ambulante Versorgung, betreuender Arzt mit spez. Weiterbildung Palliativmedizin vs. ohne dieselbe und von den Patienten nach Präferenz auf einer metrischen Skala geratet wurden. Anschliessend wurden die Ergebnisse des ratings in einer Conjoint-Analyse ausgewertet.

Ergebnisse: 60 Patienten (25 Männer) 65-98 Jahre alt -nahmen an der Befragung teil. Der führende Grund für die eingeschätzte Lebenserwartung unter 6 Monaten war in 26% ein Frailty-Syndrom, in 20% eine Tumorerkrankung, in 19% Herzinsuffizienz, in 18 Niereninsuffizienz, in 12% COPD und in 6% Demenz. In der Conjointanalyse zeigte sich, dass das setting, amb. vs stat., in der Bedeutung deutlich (85%) vor der Frage der speziellen palliativmedizinischen Qualifikation des behandelnden Arzte rangierte (15%), wobei die Vignette des Hausarztes mit langer Erfahrung deutlich positiver geratet wurde, wie diejenige des Arztes mit spezieller palliativmedizinsicher Weiterbildung.

Diskussion: Die Untersuchung zeigt, dass die Frage der speziellen palliativmedizinischen Qualifikation des Arztes in der Behandlung während der letzten Lebensmonate von den Betroffenen nicht stark wertgeschätzt wird und deutlich nachrangig der Frage Weiterversorgung im häuslichen Umfeld oder in einer stationären Einrichtung angesiedelt ist. Das kann auf fehlende Information und Kenntnisse bezüglich den Möglichkeiten der Palliativmedizin hinweisen.

15:30
Profilanalyse von Patienten eines neugegründeten, ambulanten geriatrischen Diagnostikzentrums
P47 

J.-M. Rohde, G. Röhrig-Herzog; Köln

Hintergrund: Einer wachsenden Anzahl älterer Patienten mit geriatrischem Handlungsbedarf steht bisher im ambulanten Bereich bisher nur eine begrenzte Anzahl altersmedizinisch tätiger Ärzte gegenüber. Eine Recherche im Einzugsbereich der Ärztekammer Nordrhein ergab 69 Weiterbildungsbefugte für den Fachbereich Geriatrie, davon jedoch nur 2 im ambulanten Bereich.  Oft wird die hausärztliche Betreuung älterer Patienten durch Allgemeinmediziner und hausärztlich tätige Internisten abgedeckt, die jedoch ohne einen entsprechenden Weiterbildungsnachweis keine Möglichkeit haben, die  gewöhnlich sehr zeitintensive Betreuung älterer Patienten durch die Ziffern der spezialisierten geriatrischen Diagnostik abzubilden (www.kbv.de). Im Oktober 2017 wurde innerhalb des MVZ Medicum Köln Ost ein Zentrum für spezialisierte geriatrische Diagnostik (ZGD) gegründet, welches sich auf die Durchführung der geriatrischen Diagnostik fokussiert und in diesem Sinne mit den behandelnden Hausärzten durch Übernahme der zeitaufwändigen Diagnostik kooperiert. Aufgrund der beschriebenen strukturellen Engpässe bei der ambulanten Versorgung älterer Patienten gibt es bisher auch kaum Daten über diesen grossen Patientenpool. Die vorliegende Studie beinhaltet eine retrospektive Datenanalyse des Patientengutes des ZGD und schliesst neben Ergebnissen des multidimensionalen geriatrischen Assessments auch laborchemische und sozialmedizinische Parameter mit ein.

Methodik:  Retrospektive Datenanalyse der Patienten der ersten 11 Monate nach Zentrumseröffnung; Ziel ist die Erstellung des Patientenprofils basierend auf zehn routinemässig eingesetzten Assessmenttools (Barthel Index, Handkraft, Uhrentest, MMST, DIA-S, FES-I, MNA, Danielstest, TUG, Chairrising Test) sowie laborchemischen Analysen  (Blutbild / Differentialblutbild, GOT, GPT, GFR, CRP, Gesamteiweiss, Albumin, Ferritin, Transferrinsättigung, Vitamin D, Folsäure, TSH, Cobalamin)  und sozialmedizinischen Daten.

Vorläufige Ergebnisse und vorläufige Schlussfolgerung: Es wurden 54 Patienten im Alter von 64 bis 93 Jahren (MW 81,81 Jahre) ausgewertet, davon 11 Männer und 43 Frauen; alle Patienten lebten entweder selbständig oder mit Hilfe (Partner, Familie, ambulanter Pflegedienst) zu Hause; die ersten Daten spiegeln ein bisher in der Literatur nur wenig analysiertes Kollektiv ambulanter geriatrischer Patienten, welches trotz Hochaltrigkeit und geriatrischem Handlungsbedarf in der Lage ist im häuslichen Umfeld zu leben und dort ärztlich betreut zu werden. Zur Sicherstellung dieser ambulanten ärztlichen Betreuung und zur Vermeidung stationärer Aufenthalte ist eine enge medizinische Kooperation zwischen Geriatern und Hausärzten vorteilhaft.    

15:30
Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren – Ein Pilotprojekt in den Bezirken Eimsbüttel und Harburg
P48 

F. Helms, U. Dapp, S. Böttcher-Völker, E. Kleinhans, W. von Renteln-Kruse, U. Thiem, R. Zastrau, L. Neumann; Hamburg

Fragestellung: Hausbesuchsprogramme für ältere Personen zeigen eine erhebliche Heterogenität in Zielgruppen, inhaltlicher Ausrichtung und Berufsgruppen (Qualifikation). Auch die Wirksamkeit auf den funktionellen Status ist nicht eindeutig nachgewiesen [Meinck et al. Gesundheitswesen 2004;66:732-738]. Jedoch zeigen sich unspezifische positive Effekte, z.B. positives Erleben aktiver Informationsgabe; Impulse zur Weiterentwicklung kommunaler Infrastrukturen.

Vor diesem Hintergrund wurde der Hamburger Hausbesuch als aufsuchendes und freiwilliges Angebot von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) der Freien und Hansestadt Hamburg eingeführt [Drucksache 21/10874, 07.11.2017]. Das dreijährige Pilotprojekt (2018-2020) verfolgt das Ziel, die aktive selbstständige Lebensführung in der eigenen Häuslichkeit durch ein individuelles Informationsgespräch über die vielfältigen Angebote in Hamburg zu fördern. Personen, die ihren 80. Geburtstag hatten und in den Pilotbezirken Eimsbüttel und Harburg wohnen, erhalten seit September 2018 ein Hausbesuchsangebot. Auch jüngere oder ältere Personen, die in den Pilotbezirken wohnen, können auf eigenen Wunsch einen Termin erhalten.

Methode: Zentrale Aufgaben der eingerichteten Fachstelle Hamburger Hausbesuch sind: (1) Gewinnung von selbstständig-tätigen Besuchspersonen; (2) Durchführung einer 3-tägigen Schulung der Besuchspersonen durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung; (3) Zusammenstellung von Informationsmaterialien zu Gesprächsthemen wie z.B. Ernährung, Mobilität, soziale Einbindung, Wohnsituation, Hilfs- und Pflegebedürftigkeit; (4) Hausbesuchs-Terminkoordination inkl. Erstellung und Versand aller Geburtstagsanschreiben; (5) Bearbeitung von Zusagen, Terminverschiebungen und Absagen; (6) schriftliche Dokumentation aller durchgeführten Hausbesuche; (7) Begleitung der Besuchspersonen; (8) Erstellung von Quartalsstatistiken.

Ergebnisse: 59 geschulte Besuchspersonen wurden für die Durchführung der Hausbesuche gewonnen. Zwischen September-Dezember 2018 hatten in Eimsbüttel und Harburg 1.130 Personen ihren 80. Geburtstag. Allen Personen wurde ein individuelles Hausbesuchsangebot Hausbesuch gemacht, das 33% annahmen [BGV-Pressemitteilung vom 27.03.2019].

Schlussfolgerung: Die Quartalsstatistiken werden belastbare Ergebnisse zu statistischen Kennzahlen liefern, die vor dem Hintergrund der von der BGV angestrebten Ausrollung des Hamburger Hausbesuches auf alle Bezirke notwendig sind.

15:30
Doing Age – Doing Place
P49 

P. Peserl; Wien/A

Fragestellung: In der Entwicklung einer Wohneinrichtung, in der individuelle Alterskonzepte gelebt werden können, ist die bewusste Wahrnehmung der Differenz zwischen Alt und Jung wesentlich. Menschen jeden Alters performieren und inszenieren das ihre laufend: „Doing Age“ (1). Dieselben Kategorien von Performance und Inszenierung treffen auch auf Raum zu (2). So gibt es eine grundlegende Zuschreibung aufgrund inhärenter Merkmale, jedoch auch eine codierte Befüllung und Bespielung dieses Raumes. Man kann demnach auch von einer Produktion oder Konstruktion von Raum, einem „Doing Place“ sprechen.

Der Raum im Pensionisten-Wohnhaus muss als Zuhause der Bewohner*innen deren besonderen Anforderungen genügen und sie bestmöglich unterstützen. Im Unternehmen gibt es daher einen eigenen Bereich, der sich unter anderem mit der folgenden bewohner*innenzentrierten Fragestellung zu Bau und Infrastruktur auseinandersetzt: Welche raumgestalterischen und baulichen Maßnahmen gewährleisten eine hohe Wohn- und damit Lebensqualität für die Bewohner*innen?

Methode: Laufende Fachliteratur-Recherche, Beobachtung von Bewohner*innen durch Fachexpert*innen sowie Befragung einer Fokusgruppe (>79 Jahre) zeigen, wie entsprechende bauliche Gegebenheiten zur kontinuierlichen Verbesserung der Wohnqualität beitragen.

Ergebnisse: Mittels technischer und baulicher Maßnahmen konnte ein zentraler Beitrag zur einfacheren Orientierung, Verhinderung von Unfällen, Vereinfachung des täglichen Lebens, Unterstützung bei dementiellen Erkrankungen, Erhöhung der Mobilität, Minderung von Isolation und Steigerung der allgemeinen Wohnqualität von Bewohner*innen geleistet werden

Schlussfolgerung: Mit laufender Optimierung und Flexibilität im Raumdenken trägt das Unternehmen maßgeblich dazu bei, Wohnen für die Bewohner*innen hochqualitativ und individuell erlebbar zu machen.

 

1. Schroeter, Klaus R.: Korporales Kapital und korporale Performanzen im Alter. Der alternde Körper im Fokus von "consumer culture" und Biopolitik. ln: Rehberg, Karl-Siegbert; Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (Hg.): Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Frankfurt am Main: Campus Verlag, 2008. S. 961-973.

2. Fischer-Lichte, Erika: Theatralität und Inszenierung. In: Dies.; Pflug, Isabel (Hg.): lnszenierung von Authentizität. Tübingen, Basel: Francke, 2000. S. 11-27.






Die Posterbegehung ist am 06.09.2019, 15:30-16:45 Uhr.

Die maximale Postergröße beträgt DIN A0 Hochformat (H 118,9 cm x B 84,1 cm).     
Befestigungsmaterial wird an der Anmeldung bereitgestellt.    
Die Poster können ab dem 05.09.2019, 10:00 Uhr angebracht und müssen am 07.09.2019 bis 14:00 Uhr abgenommen werden. Danach noch hängende Poster werden entsorgt.