Freitag, 05.07.2019

12:35 - 13:20

Hörsaal 11

Freie Beiträge - Alterstraumatologie

Moderation: S. Wicklein, Nürnberg

12:15
Outcome geriatrischer Patienten mit einer hüftnahen Fraktur unter Antikoagulation - Vergleich von Vitamin-K-Antagonisten und Neuen oralen Antikoagulantien
S335-01 

M. Jakobs, M. Gosch; Nürnberg

Fragestellung: Fragilitätsfrakturen der Hüfte bei geriatrischen Patienten stellen eine zunehmende Herausforderung im klinischen Alltag dar. Die Studie untersucht, ob und wie sich eine orale Antikoagulation (OAK) auf das Outcome nach proximaler Femurfraktur auswirkt. Hat eine OAK bei Patienten über 70 Jahre mit einer hüftnahen Fraktur einen negativen Effekt auf das Outcome gegenüber Patienten ohne OAK? Gibt es einen signifikanten Unterschied im Hinblick auf das Outcome zwischen den verschiedenen Antikoagulantien, insbesondere zwischen NOAK und Vitamin-K-Antagonisten?

Methodik: Diese Studie ist eine retrospektive Datenanalyse von Patienten über 70 Jahre, die sich eine altersbedingte hüftnahe Fraktur zugezogen haben. Alle wurden an einem Traumazentrum zwischen Februar 2017 bis Juni 2018 operativ versorgt. Die Patienten werden nach der Art der Antikoagulation in drei Gruppen eingeteilt; NOAK, VKA und keine OAK. Die Gruppen werden anhand definierter Patientencharakteristika und Outcomeparametern miteinander verglichen.

Ergebnisse: Insgesamt konnten 102 Patienten eingeschlossen werden: 61 ohne OAK und 41 mit OAK, davon 15 mit VKA und 26 mit NOAK (nur Faktor-Xa-Hemmer). Zwischen den Gruppen mit und ohne OAK konnten signifikant höhere Blutungs- und Komplikationsraten sowie eine signifikant längere stationäre Aufenthaltsdauer und präoperative Wartezeit in der OAK-Gruppe verzeichnet werden. Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen mit NOAK und VKA fanden sich in der intraoperativen Transfusionshäufigkeit, beim postoperativen Delir und der Immobilität bei Entlassung. Mit OAK zeigt sich ein dreifach so hohes Risiko für ein negatives Outcome. Neben der OAK sind das Alter, der Komorbiditätsindex und die Creatinin Clearance Prädiktoren für ein schlechteres Outcome. Die Zeit bis zur Operation korreliert signifikant mit der Komplikationsrate und der Mortalität.

Zusammenfassung: Im untersuchten Patientenkollektiv war eine OAK mit einem schlechteren Outcome assoziiert, insbesondere zeigten sich häufiger Komplikationen. Zwischen NOAK und VKA zeigten sich geringe Unterschiede im Outcome.

12:30
Anstieg des geriatrischen Patientenanteils zwischen 2008-2018 in konservativen und operativen Fächern der stationären Universitätsmedizin – Implikationen für Kosten- und Versorgungsstrukturen
S335-02 

C. Werner, Z. Krasniqi-Kapiti, C. Hohenfeld, F. Schulze, F. Hildebrand, R. Autschbach, J. Floege, N. Marx, C. Trautwein, T. H. Brümmendorf, J. B. Schulz, K. Reetz, C. Bollheimer, G. S. Braun; Aachen

Hintergrund und Fragestellung: Der demographische Wandel verändert aktuell grundlegend die Patientenstruktur aller medizinischen Fachbereiche. Dennoch ist die Prävalenz geriatrischer Patienten in der stationären Versorgung einzelner Disziplinen im Wesentlichen unbekannt. Für eine bedarfsgerechte Ressourcen-Allokation und Ablaufsteuerung werden dringend belastbare Daten benötigt. Wir untersuchten daher longitudinal die jahresbezogene Prävalenz geriatrischer Patienten samt medizinischer und ökonomischer Faktoren an einer großen Universitätsklinik.

Methode: Erfasst wurden alle Entlassungen der Jahre 2008-2018 aus den Kliniken für Innere Medizin, Neurologie, Unfallchirurgie und Herz-Thorax-Chirurgie mit den zugehörigen Variablen: ICD10, OPS, DRG, DRG-Erlös, Liegezeit, Aufnahme- und Entlassart. Anhand des kürzlich publizierten Hospital Frailty Risk Scores klassifizierten wir Patienten als geriatrisch, die entweder >= 80 Jahre alt waren oder >= 70 Jahre mit einem HFRS >= 15 Punkten. Neben den jahresbezogenen Prävalenzen wurde das fiktive Costlier-Defizit als wirtschaftliches Maß kalkuliert. Zudem wurden Alter, HFRS, Mortalitätsraten, Verweildauern und Kosten auf signifikante Einflüsse durch die Faktoren "Geriatrisch" und "Entlassjahr" hin statistisch überprüft (ANOVA bzw. binäre Regression).

Ergebnisse: Es wurden insgesamt 215.628 Entlassungen untersucht (Durchschnittsalter 62 Jahre). Die Prävalenz geriatrischer Patienten stieg von 11,7% im Jahr 2008 auf 19,2% im Jahr 2018. In der geriatrischen Kohorte blieb die Altersstruktur stabil, jedoch kam es zu einem überproportionalen Anstieg von HFRS, Kosten (DRG-Erlösen) und Costlier-Defiziten. Liegedauern entwickelten sich je nach Klinik uneinheitlich. Ein Mortalitätsüberschuss reduzierte sich signifikant.

Diskussion: Der Anteil geriatrischer Patienten hat sich im Beobachtungszeitraum annähernd verdoppelt. Das kalendarische Alter der Patienten scheint kein treibender Faktor zu sein. Der Mehraufwand, der mit relativ sinkender Mortalität für die geriatrischen Patienten einhergeht, ist unseren Daten zufolge im DRG-System nicht abgebildet. Ausmaß und Dynamik des Trends untermauern, dass auch nicht-geriatrische Kliniken zukünftig Antworten für eine adäquate Versorgung geriatrischer Problemstellungen finden müssen.

12:45
The Role of Vitamin D Levels in Geriatric Patients with Hip Fractures
S335-03 

E. Miller, A. Kanovsky, G. Pinter, E. Müller; Klagenfurt/A

Background: Vitamin D deficiency is common amongst the geriatric population. Severe vitamin D deficiency causes rickets or osteomalacia. Less severe vitamin D deficiency causes an increase of serum parathormone (PTH) leading to bone resorption, osteoporosis and fractures.

Objectives: Our aim was to determine, whether levels of vitamin D in geriatric patients are associated with postoperative rehabilitation in terms of mobility and functionality, as well as with specific and nonspecific postoperative complications.

Methods: We prospectively studied 170 patients with hip fractures over a 7 month period, noted their sex, fracture type and their history of existing premedication (calcium, vitamin D, specific osteoporosis medication). Levels of 25-hydroxyvitamin D were measured. Post surgery we collected the occurrence of specific and nonspecific complications, the success of remobilisation and their overall functionality. A mobility index and Barthel index were used.

Results: There was no statistically significant correlation between vitamin D levels and postoperative specific or nonspecific complications. However, patients with higher vitamin D levels performed better in terms of functionality and remobilisation with improvement of Barthel index (p = 0.03) and a better mobility index (p = 0.018).

Conclusions: Administration of vitamin D, calcium or specific osteoporotic treatment seems to play a role in terms of reintegration of the geriatric patient into daily life following a hip fracture.

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