Samstag, 07.09.2019

08:00 - 09:30

Hörsaal 12

S315

Freie Beiträge - Teilhabe und Autonomie

08:00
Schutz vor Gewalt in der häuslichen Pflege - Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojekts VERA
S315-01 

A. Schwedler, N. Konopik, M. Wellenhofer, F. Oswald, G. Zenz, L. Salgo; Frankfurt a. M.

Die meisten älteren Menschen möchten zu Hause wohnen bleiben und dort gepflegt werden. Von den ca. 3,4 Mio. pflegebedürftigen Menschen werden mehr als drei Viertel zu Hause gepflegt. In der Regel gelingt die häusliche Pflege gut. Dennoch haben aktuelle Studien gezeigt, dass Gewalt und Vernachlässigung in der häuslichen Pflege keine Seltenheit sind. Der Gesetzgeber hat auf dieses Phänomen noch nicht hinreichend reagiert. Indes ist der Staat verpflichtet, sich schützend vor den versorgungsabhängigen, pflegebedürftigen alten Menschen zu stellen, und hat grundsätzlich dafür Sorge zu tragen, dass dieser vor Gewaltanwendung geschützt wird. Ausgangspunkt ist für uns das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit aus Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG, das den Einzelnen nicht nur vor entsprechenden staatlichen Eingriffen schützen soll, sondern das den Staat auch dazu verpflichtet, sich schützend vor seine Bürger zu stellen. Zwar hat der Staat bei der Aufstellung und normativen Umsetzung eines Schutzkonzepts einen erheblichen Einschätzungs-, Wertungs- und Gestaltungsspielraum. Auch hat der Gesetzgeber bereits eine Reihe von Gesetzen erlassen, die dazu beitragen sollen, den Schutz alter und gebrechlicher Menschen zu gewährleisten. Die spezifischen Probleme der häuslichen Pflege werden damit aber noch nicht gelöst.

Das hier vorgestellte Forschungsprojekt VERA stützte sich auf die These, dass nach wie vor ein in sich geschlossenen Normgefüge fehlt, welches Gefährdungen in der häuslichen Pflege wirksam vorbeugt, gezielt zur Aufdeckung von Gewalt und Vernachlässigung beiträgt und im Notfall auch hilfeorientierte Interventionen erlaubt. Das Projekt beschäftigte sich mit dem Thema aus einer rechts- und sozialwissenschaftlichen Perspektive und entwickelte 16 Empfehlungen für den Gesetzgeber und die Verwaltung zur Gewährleistung eines wirksamen Schutzes vor Gefährdungen in der häuslichen Pflege. Vorbildfunktion waren hierfür vor allem die gesetzlichen Regelungen zum Kinderschutz in Deutschland und zudem ausländische Schutzmodelle, insbesondere die Elder-Abuse-Gesetze in Schottland, England, Japan oder den USA.

08:15
Erfolgskritische Faktoren für die nachhaltige Umsetzung von Mehrgenerationen-Wohnen in Pensionisten-Wohnhäusern
S315-02 

C. Heissenberger; Wien/A

Fragestellung: Generationensolidarität wird durch gemeinschaftliches Zusammenleben mehrerer Generationen besonders gefördert (1). Die Einrichtungen stellen mehreren Generationen Raum zur Verfügung:

  • Wohnraum für Student*innen und Lehrlinge
  • Wohngemeinschaftsformen für betagte Eltern mit ihren behinderten Kindern
  • Räumlich angegliederte Kindergarten- und Hortgruppen
  • Raum für Aktivitäten zur lokalen Kooperation mit Schulen

Ziel dieser Angebote ist, dass verschiedene Generationen sich begegnen, austauschen und voneinander lernen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass folgende Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Umsetzung essentiell sind: (a) Identität als Mehrgenerationenhaus durch gemeinsame Aufgaben und Ziele, (b) verbindliche Vereinbarungen in der Kommunikation und im Zusammenleben und (c) Bedarfe vor Ort erkennen und Kooperation leben (2).

Welche Rolle spielen nun die genannten Erfolgsfaktoren von Mehrgenerationen-Wohnen für Bewohner*innen und Student*innen in Pensionisten-Wohnhäusern?

Methode: In Pensionisten-Wohnhäusern, in denen Mehrgenerationen-Wohnen gelebt wird, wurden teilstrukturierte Interviews durchgeführt. Der Fokus liegt hierbei auf der Interaktion von Bewohner*innen und Student*innen. Für die Datenerhebung wurden je Zielgruppe 10 Personen befragt und deren Antworten anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Ergebnisse: Alle Befragten empfinden das generationenübergreifende Zusammenleben als überaus bereichernd und identitätsstiftend. Wichtig ist für Bewohner*innen, dass sie selbst entscheiden, welches Angebot sie in welchem Umfang wahrnehmen. Verbindliche Kommunikationsstrukturen unterstützen Studierende bei der Kommunikation mit Bewohner*innen und vice versa.

Ein zusätzlicher wichtiger Erfolgsfaktor ist es, sogenannte „perfect moments“ zu finden, also Situationen, aber auch Orte, die als „kleines Glück“ erlebt und empfunden werden.

Schlussfolgerung: Wesentlich ist, dass Mehrgenerationen-Wohnen einer ständigen Begleitung und Adaptierung bedarf, um die positiven Auswirkungen für alle Beteiligten nachhaltig generieren zu können.  

 

1. Majce, Gerhard / Rosenmayr, Leopold: Generationensolidarität in Österreich, 2005. Empirisch-soziologische Untersuchung der Alternsforschung in Österreich, Wien 2005.

2. Eva Kremshuber: MehrGenerationenWohnen – Altersgemischtes gemeinschaftliches Wohnen als eine Möglichkeit der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen – Beispiele in Österreich; 2011.

08:30
Biografiebezogene tiergestützte Intervention– Aktivierung in der Betreuung
S315-03 

U. May, A. Troch; Wien/A

Fragestellung: Für Menschen, die in einem Pensionisten-Wohnhaus leben, ist die biografiebezogene und alltagsnormale Aktivierung ein wesentlicher Teil des Wohlbefindens und einer hohen Lebensqualität. Ziel ist es, die Ressourcen der BewohnerInnen möglichst lange zu erhalten sowie Einsamkeit und Entstehung von Depressionen vorzubeugen (1, 3).

Der Zugang durch die tiergestützte biografiebezogene Intervention wirkt sich positiv auf den gesundheitlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Status aus und kann in allen 4 Stadien der Demenzerkrankung eingesetzt werden (2). Die Tiere müssen sozialisiert sein, z.B. eine grundlegende Ausbildung haben bzw. den Kontakt mit Menschen und Berührungen gewöhnt sein (1).

Dadurch ergibt sich folgende Fragestellung: Wie können SeniorInnen durch tiergestützte Interventionen wieder einen Zugang zu ihren Erinnerungen finden?

Methode: Anhand von Fallbeispielen wird einerseits die Aktivierung von demenzkranken BewohnerInnen durch die Biografiearbeit und anderseits die tiergestützte Aktivierung gezeigt. Durch die interdisziplinär erhobene Biografiearbeit werden spezifische, auf die Biografie ausgerichtete Aktivitäten im Einzel- oder Gruppensetting durchgeführt.

Ergebnisse: Die positive Wirkung von Tieren auf die BewohnerInnen wurde beobachtet. Es zeigt sich, dass die Beschäftigung mit Tieren, das Berühren sowie der Geruch, bei Menschen mit Demenz Erinnerungen an vergangene Zeiten weckt. Das Tier wirkt als sozialer Katalysator und Stabilisator zur eigenen Person und zur Umwelt und verschafft den Betroffenen Orientierung. Dadurch wird es den BewohnerInnen möglich, Zugang zu ihren Emotionen zu finden und Stress abzubauen. Vertretene geeignete Tiere sind Hunde, Hühner und Alpakas. Die Einbindung von Tieren in den Betreuungsalltag mit sinnstiftenden Aufgaben wie füttern, ausmisten, streicheln etc bewährt sich.

Schlussfolgerung: Biografiebezogene tiergestützte Interventionen nehmen einen hohen Stellenwert im Betreuungsalltag ein. Es ist wünschenswert, dass vermehrt die Arbeit mit Tieren in das bereits bestehende, biografiebezogene Betreuungskonzept integriert wird.

 

1. Otterstedt C. Demenz - Ein neuer Weg der Aktivierung: Tiergestützte Intervention. Hannover: Vincentz Network; 2013.

2. Kitwood T. Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen. Bern: Huber; 2008.

3. Feil N, de Klerk-Rubin V. Validation: Ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen. München: Ernst Reinhardt Verlag; 2017.

08:45
„Quo vadis“ – oder aus der Forschung auf den Teller
S315-04 

A. Meier, J. Obermayr, T. Ott; Wien/A

Fragestellungen: Die körperlichen Möglichkeiten nehmen im Alter zunehmend ab; Beweglichkeit, Ausdauer und Energie lassen nach. Um bei Kräften und möglichst lange unabhängig zu bleiben, ist ausgewogene Ernährung essentiell (1). Nährstoffdichte, Zubereitung und Darbietung der Speisen spielen dabei eine große Rolle. Beim Essen können zunehmend Schwierigkeiten auftreten, wie Probleme beim Kauen und Schlucken oder Appetitlosigkeit (2). Die Rezepturen und Konsistenzen von Speisen können nicht immer übernommen werden, es ist erforderlich eigene Lösungen zu finden. Dadurch ergibt sich folgende Fragestellung: Inwieweit verbessert sich das Genusserlebnis von Bewohner*innen, welche an Presbyphagie leiden, durch speziell entwickelte Kuchen für Kau- und Schluckstörungen?

Methode: Um sich ernährungswissenschaftlichen Themenstellungen anzunehmen und die gastronomische Versorgung laufend weiterzuentwickeln, wurde im Unternehmen eine „Forschungsküche“ gegründet. Unterschiedliche Professionen aus dem gastronomischen Bereich, dem Pflege- und Betreuungsbereich, der Ernährungswissenschaft und der Diätologie haben in mehreren Workshops praxisorientierte Konzepte und Rezepte zur Fragestellung erarbeitet. Unter Einbeziehung von Bewohner*innen und An- und Zugehörigen wurden diese geprüft und umgesetzt.

Ergebnisse: Es ist gelungen spezielle Kuchen mit ansprechender Optik für Kau- und Schluckstörungen zu entwickeln. Sie zeichnen sich durch eine homogene Konsistenz ohne stückige Bestandteile aus. Diese sind kalorien- und eiweißreicher als herkömmliche Süßspeisen und daher eine wertvolle Maßnahme in der Prävention von Mangelernährungen. Mittlerweile werden monatlich 4000 Portionen dieser Kuchenvarianten genossen. Die hohe Akzeptanz und das gesteigerte Genusserlebnis werden vor allem auf die erfolgreiche Beteiligung Betroffener im Entwicklungsprozess zurückgeführt.

Schlussfolgerung: Von Schluckstörungen Betroffene können durch die neuen gastronomischen Entwicklungen eine geschmacklich und optisch ansprechende Süßspeise im Kreise von Freunden oder Familie einnehmen, ohne offensichtlich erkennbare Breikost zu konsumieren. Letzteres fördert die Teilhabe und soziale Interaktion in Pensionisten-Wohnhäusern.

 

1. Nuphaus D, Hellmann O, Schröter G, Schürmann M, Kwiatkowski B. Passierte Kost im Pflegeheim. Heilberufe. 2011;62:16-7.

2. Lichtenstein S. Kostanpassung bei Dysphagie. Heilberufe. 2016;68:14-7.

09:00
Partizipative Teilhabeforschung in der Geriatrie Methodische Durchbrüche in klinisch epidemiologischen Verlaufsuntersuchungen in fünf Bundesländern
S315-05 

J. C. Behrens; Frankfurt a. M.

Probleme bisher: Obwohl § 1 SGB IX in Übereinstimmung mit der UN-Behindertenrechtskonvention und dem deutschen Grundgesetz eindeutig als Ziel der „Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben der Gesellschaft“ definiert, messen bisher so gut wie alle Indikatoren nicht ‚selbstbestimmte Teilhabe‘, sondern etwas ganz anderes: Entweder Selbständigkeit in eigenen Verrichtungen (z.B. Aktivitäten des täglichen Lebens, Barthel-Index, FIM, Kreuznacher Liste der Teilhabesicherungskonzepte ) statt Selbstbestimmung, oder aber sie messen die Teilhabe an bestimmten, vom Beobachtenden für wichtig gehaltenen Bereichen, ohne sich darum zu scheren, ob die Person überhaupt selbstbestimmt an diesen Bereichen teilhaben will.

Offenbar ist die Verwechslung von Selbstbestimmung mit Selbstständigkeit logisch eine Verwechslung von Zweck und Mittel. Selbständigkeit ist bestenfalls ein Mittel, selbstbestimmt zu leben – und zwar ein Mittel, das uns in langen Lebensphasen nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Auch wenn Selbstständigkeit nicht (mehr) erreichbar ist, ist Selbstbestimmung noch erreichbar. Daher spricht das Parlament im § 1 SGB IX zu Recht statt von ‚Selbständigkeit‘ von ‚Selbstbestimmung‘. Die verbreiteten Indikatoren der Selbständigkeit messen offenbar das gesetzliche Ziel keineswegs. Und dass beobachtende Fachleute ihre Subjektivität als ‚Objektivität‘ von ‚Teilhabe‘ ausgeben und der Subjektivität der Beobachteten entgegenhalten, widerspricht schon im Ansatz ‚selbstbestimmter Teilhabe‘. Denn für die einen ist der Opern- oder Gottesdienstbesuch selbstbestimmt erstrebte Teilhabe, für andere ist selbstbestimmte Teilhabe gerade die Befreiung vom Opern- oder Gottesdienstbesuch.

So selbstverständlich, ja geradezu trivial das ist, bisher schien es so, als gäbe es messtechnisch keine andere Annäherung an selbstbestimmte Teilhabe als diese Verwechslungen: ‚Selbständigkeit‘ als ‚operationalisierender Indikator für Selbstbestimmung‘, ‚vorgegebene Teilhabe‘ als Indikator für ‚selbstbestimmte Teilhabe‘.

Klinisch epidemiologische Reihenuntersuchung und Verlaufsforschung: Daher untersuchten wir in einem – auf Beschluss des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten - Projekt der Mobilen geriatrischen Rehabilitation von 2014 bis 2018 an 750 zufällig ausgewählten Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen in fünf Bundesländern, ob a) sie auch bei niedrigem Minimental Status partizipativ ‚selbstbestimmte Teilhabeziele‘ zum Ausdruck bringen können und ob sich b) deren Erreichung im Vergleich messen lässt (Behrens 2019 und BMG 2019).

Ergebnisse: Beides Fragen können eindeutig mit Ja beantwortet werden:

a) Bis zu einem Minimental Status von 20 Punkten konnten die schwer Pflegebedürftigen konkrete, oft höchst individuelle Teilhabeziele wörtlich nennen, die sie sich von Reha und Pflege erhofften; erst bei einem Minimental Status von 9 bis 0 Punkten konnten sie ihre Teilhabeziele zwar nur noch zu 52 % verbal, aber zu 48 % immer noch körpersprachlich verständlich machen. Allerdings konnten diese Personen sich nur dann verständlich machen, wenn es Bezugspflegende gab, die genügend viel Zeit mit ihnen verbracht hatten, um ihre körpersprachlichen Äußerungen zu verstehen (Behrens 2019, S. 144 ff). Da alles Verstehen Interpretieren ist (vgl. Husserl, Schütz 1932, Jakob und Thure v. Uexküll (1973 und 1963), Peirce 2009, Viktor v. Weizsäcker (1986-88), Gadamer 1972, zusammengefasst Behrens 2019), ist das Verstehen von Körpersprache nicht unzuverlässiger oder problematischer als das Verstehen von verbaler Sprache.

b) Aber wie kann man den Grad des Erreichens dieser höchst individuellen klarschriftlich dokumentierten Teilhabeziele messen, wenn man nicht von gleichen Teilhabe-Zielen ausgehen kann? Das erwies sich als recht einfach in einer Likert-Skala: Um vergleichend zu messen, ob ein Teilhabeziel „Völlig, etwas, fast nicht oder gar nicht“ erreicht wurde, brauchen die selbstbestimmten Teilhabeziele nicht identisch zu sein. Die Stufen liegen hinreichend weit auseinander, um interrater-stabil, reliabel und valide zu sein.

Fazit: Es gibt keinen Grund (mehr), nicht partizipativ die selbstbestimmten Teilhabeziele zu erheben und in RCTs in ihrer Erreichung zu vergleichen, sondern stattdessen ‚vorgegebene Teilhaben‘ und ‚selbständige Verrichtungen‘ als ungeeignete Ersatzindikatoren zu verwenden. Das Erreichen des gesetzlichen Ziels ‚Selbstbestimmung und Teilhabe‘ (§§ 1 ff SGB IX) ist in partizipativer Teilhabeforschung messbar.

 

Literatur: Behrens J, Theorie der Pflege und der Therapie, Bern: Hogrefe 2019, mit Nachweisen.

09:15
Inappetenz am Lebensende
S315-06 

P. Bergmann; Kiel

Die Prävalenz von Inappetenz in der Geriatrie ist hoch, der resultierende Verlust an Gewicht und Muskelkraft führt zum einen zu Verlust an Alltagsteilhabe und Selbstständigkeit, zum anderen aber auch zu Unverständnis und Angst innerhalb der Familie und der Caregiver. Die Ursachen für das Syndrom der Inappetenz sind vielfältig, häufig komplex und nur selten führt eine Ursache allein zur Abwehr der Nahrungsaufnahme. Der Leidensdruck der Patienten ist unterschiedlich hoch.

Im Kontakt zum Geriater kann der Patient erwarten, dass alle relevanten Aspekte zur Inappetenz berücksichtigt werden, insbesondere auch die Möglichkeit, dass die Abwehr weiterer Nahrungsaufnahme keiner behandelbaren Ursache folgt und Ausdruck von Lebensmüdigkeit und Erschöpfung am Lebensende ist. Dieses in der geriatrischen Praxis häufig begegnete Problem liegt an der Grenze zur Palliativmedizin, kann jedoch auch Bestandteil eines physiologischen Alterungs- und Sterbeprozesses sein.

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die bislang vorliegenden Daten und diskutiert mögliche Kriterien, welche für die Diagnose „Inappentenz am Lebensende“ erfüllt sein müssen. Hat der Patient das Recht auf die Diagnose und welche Untersuchungen sollten ihr vorangehen? Der Beitrag schlägt einen Katalog an diagnostischen Maßnahmen vor und stellt ein Studienprotokoll vor, mit welchem dieser auf seine Anwendbarkeit geprüft werden kann.

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